ÖTV verortet Tierquälerei im Wiener Prater

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Stundenlang im Kreis gehen – und das bei brütender Hitze, ohne Schatten und ohne Abkühlung? Für viele Ponys im Karussell ist das im Sommer im Wiener Prater täglich traurige Realität, so der Vorwurf des Österreichischen Tierschutzvereins, der angeblich immer wieder Meldungen von geschockten Tierfreunden erhält. Die Organisation fordert ein Verbot der Touristenattraktion.

„Die Leute wenden sich an uns, weil sie von den Behörden keine zufriedenstellende Antwort erhalten“, so Susanne Hemetsberger, Geschäftsführerin des Österreichischen Tierschutzvereins. „Beschwerden und Anzeigen über die unwürdigen Zustände beim Ponykarussell prallen bei den Behörden ab. Es wird lediglich darauf verwiesen, dass die Tiere angeblich regelmäßig kontrolliert würden und die Betreiber alle Vorschriften gemäß dem österreichischen Tierschutzgesetz einhalten würden.“

ÖTV will schwere Missstände dokumentiert haben

Der Österreichische Tierschutzverein will jedoch seit Jahren das Gegenteil dokumentieren: Pferde werden laut Aussagen der Tierschützer viele Stunden durchgehend eingesetzt und nicht ausgetauscht, Tränkungen und auch Richtungswechsel zur gleichmäßigen Belastung der Gelenke sollen viel zu selten erfolgen oder gar nicht durchgeführt werden. „Daher fordert der Verein im Sinne der leidenden Ponys ein Verbot der Tierquälerei“, so Hemetsberger.

„Ponykarussell ist nicht mehr zeitgemäß“

„Wir vertreten die Ansicht, dass es absolut nicht mehr zeitgemäß ist, fühlende Lebewesen unnötig im Kreis laufen zu lassen, nur damit ein paar Touristen ihre Kinder für wenige Minuten auf den Rücken dieser bedauernswerten Lebewesen setzen können, um dann meist selbst zu der Erkenntnis zu gelangen, dass die Tiere leiden. Ein Wien- Besuch hinterlässt daher leider einen bitteren Beigeschmack bei Tierfreunden, von denen etliche daher keine weiteren Aufenthalte in Wien unternehmen möchten“, schließt Susanne Hemetsberger.

Das gleiche gilt auch für Fiaker!!

Darum esse ich sie nicht- gandharvika

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Das Geschäft mit billigen Hundewelpen blüht!

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Schätzungen zufolge kommen aus Osteuropa (vor allem Ungarn, Tschechien und Slowakei) etwa 100.000 bis 200.000 Welpen in den deutschsprachigen Raum. Wer unbedingt einen Rassehund will, aber aus falscher Sparsamkeit oder Unwissenheit ein Schnäppchen machen möchte, wird es später meist bereuen. Ein Rassehund von einem seriösen Züchter wird kaum unter 1.000 Euro zu haben sein. Auch vermeintliche Tierfreunde, die aus Mitleid die oft noch zu jungen Hunde kaufen, beschreiten den falschen Weg.

Die Hunde sind meist nicht geimpft und oftmals schon beim Verkauf krank. Krankheiten wie Parvovirose und Staupe brechen dann als Folge der schlechten Haltung und des Transportstresses aus. Hohe Tierarztrechnungen fallen an und nicht immer kann das Hündchen gerettet werden. Neben der Enttäuschung, betrogen worden zu sein, kommt auch Trauer über das liebgewonnene Tier dazu. Sicherlich nicht das, was sich zukünftige Hundehalter vorgestellt haben. Häufig werden die Welpen ihrer Mutter viel zu früh entrissen und dadurch sowohl gesundheitlich als auch  psychisch beeinträchtigt. Außerdem fehlt ihnen so das soziale Gefüge und sie erlernen nicht die „Spielregeln“ des Hundelebens

Die Mutterhündinnen sind für die Welpenhändler bloße Gebärmaschinen, sie müssen die Jungen häufig mittels Kaiserschnitt zur Welt bringen, dementsprechend oft wird ihnen der Bauch aufgeschnitten.

Die wenigen Wochen, die sie bei der Mutter bleiben dürfen, liegen die Welpen oft am nackten Boden, es stinkt und der Züchter selbst bezeichnet die Tiere als Ware. Die Impfpässe sind meist Blanko-Impfpässe, das heißt auch Tierärzte beteiligen sich am schmutzigen Geschäft! Laut Auskunft seriöser Tierärzte in Österreich sind leider auch österreichische Tierärzte dabei.

Die Züchter schalten ungeniert Inserate in diversen Gratisblättern und im Internet. Handynummern werden ständig gewechselt, die Händler sind mit allen Wassern gewaschen. Selbst wenn ihnen hin und wieder eine „Ladung“ Welpen behördlich abgenommen wird, stellen gelegentliche Verluste keine Bedrohung für das äußerst lukrative Geschäft dar. Dem gegenüber stehen die hilflosen österreichischen Behörden, die Polizei ist bei angehaltenen Transporten ratlos, Amtstierärzte agieren teilweise gegen den Tierschutz.

Bitte kaufen Sie keine Hunde von unseriösen Züchtern, Sie unterstützen damit Tierleid! Auf einen aus Mitleid gekauften Hund kommen 5 Hunde, die nachrücken. Vergewissern Sie sich vor dem Kauf eines Welpen, dass er im Familienverband aufgewachsen ist (am Besten, Sie dürfen den Welpen zu Hause besuchen und sich selbst ein Bild machen). Lassen Sie sich nicht auf eine Übergabe an einem öffentlichen Ort ein!
Ein zu früh der Mutter entrissenes Tier hat die wichtigsten Verhaltensregeln für Hunde noch nicht gelernt, ist schwerer zu erziehen und psychisch traumatisiert. Sie holen sich wahrscheinlich einen „Problemhund“ ins Haus, der besonders intensives Hundetraining und sehr viel Geduld und Verständnis braucht.

Krähenfallen

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Krähenfallen sind in der Steiermark nicht mehr erlaubt und doch erreichen den Aktiven Tierschutz immer wieder Meldungen über diese längst überholten und tierquälerischen Fangmethoden. Spaziergänger, die in Wald und Flur unterwegs sind, stoßen auf diese Fallen und sind oft entsetzt, wenn sie darin in Panik herumflatternde, oft sogar verletzte oder sogar schon tote Krähen sehen.
Leider besteht die Möglichkeit, dass Landwirte den Antrag stellen, dass die Jäger Krähenfallen aufstellen, wenn der Landwirt Ernteschäden nachweisen kann. Dann werden Ausnahmegenehmigungen für Krähenfallen ausgestellt. Wie unsinnig die Jagd auf Krähen mit Fallen ist, zeigt der Umstand, dass mit einer Krähenfalle meist nur einige wenige Krähen eingefangen werden können. Das löst aber in keiner Weise das sogenannte „Krähenproblem“, sprich eine Überpopulation, die der Natur nicht mehr zuträglich ist. Vogelexperten allerdings betonen immer wieder, dass es ein sog. „Krähenproblem“ ohnedies nicht gibt, vielmehr ist es ein Problem des Menschen, das er mit den Krähen hat. Tatsache ist, dass die Jägerschaft dem Ruf der Landwirtschaft nach einer Regulierung des Krähenbestandes sehr willfährig nachkommt, bedeutet das doch wieder viele Abschüsse, die die Jäger tätigen dürfen. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie viele Fehlschüsse es dabei gibt und wie viele angeschossene, schwer verletzte Tiere irgendwo qualvoll verenden müssen. Für jeden Menschen mit Herz und Verstand erhebt sich die Frage, ob sich das sog. „Krähenproblem“ nicht anders lösen ließe, etwa mit der Ansiedlung natürlicher Feinde der Krähen. Das aber würde für die Jäger mehr Hegearbeit bedeuten und weniger Schießen, was wiederum erklären mag, warum an solche Maßnahmen nicht gedacht wird.

Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen

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Seit dem 1. April 2016 gilt in Österreich ein neues Tierschutzgesetz. Einer der vorbildlichen Schritte für mehr Tierschutz ist die Pflicht zur Kastration von Freigänger-Katzen. Seit Beginn der Maßnahmen vor etwa zehn Jahren wurden durch die Förderung von Land, Tierärztekammer und Gemeinden über 16.000 Streunerkatzen im Land kastriert. Die Novellierung des Gesetzes schreibt nun auch der letzten Gruppe der Freigänger-Katzen – denen auf Höfen und Privatgeländen – die Kastration vor.

Auch in Deutschland könnte der Handlungsbedarf nicht größer sein: Mit einer Population von insgesamt zwei Millionen Streunerkatzen haben wir unumstritten ein Problem. Bis zu 30.000 herrenlose Katzen streunen durch Hamburg und München; in Berlin sind es sogar rund 100.000.
Die herrenlosen Tiere sind in der Regel ehemalige Hauskatzen und deren Nachkommen. Sie leben in verlassenen Gebäuden, in Hinterhöfen oder Parks. Kaum ein Mensch fühlt sich für sie verantwortlich – und schon gar niemand möchte die Tierarztkosten für eine Kastration oder Behandlung von Krankheiten tragen. So nimmt das Leid der Katzen in Deutschland seinen Lauf: Hauskatzen mit Freigang und Streunerkatzen paaren sich – mit erschreckenden langfristigen Folgen: Unkastrierte Katzen können zweimal im Jahr vier bis sechs Junge werfen. Hochgerechnet erhält man auf eine Katze und ihre Nachkommen innerhalb von sieben Jahren eine Katzenfamilie von 420.715 Tieren (siehe Grafik). Abgesehen vom stetigen Leid der Streunertiere durch Krankheiten, Hunger und die Gefahren des Straßenverkehrs, sind die deutschen Tierheime maßlos überfordert. Aufnahmestopps wegen Überfüllung sind mittlerweile Alltag.

Liebe Freunde der Tiere

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heute möchten wir Sie auf unser Manifest zu den Grundrechten der Tiere aufmerksam machen und einige Denkanstöße zum Umgang mit unseren Mitbewohnern auf diesem Planeten geben:

Prämissen und Maxime
1.    Die Fähigkeit des Denkens hat den Menschen zum mächtigsten Wesen der Erde werden lassen, ihn aber auf Grund dieser Fähigkeit von der übrigen Natur abgespalten.
2.    Über Jahrtausende gefördert durch zahllose Religionen und Kulte mit ihren Gottesvorstellungen sah und sieht sich der Mensch bis heute als legitimen Gesprächspartner höchster imaginierter Mächte, als Krone und Ziel der Schöpfung, wesensähnlicher seinen Gottheiten als seinen Mitgeschöpfen, den Tieren.
3.    Dieses subjektive Gefühl der Bedeutsamkeit, dieses vermeintliche Wissen, ist zu einem Bestandteil menschlichen Bewusstseins geworden, wird gelehrt, vorgelebt und anerzogen. Moralische Werte wie Nächstenliebe, Lebensrecht, Unversehrtheit, Mitgefühl, Treue etc. werden mit dieser Grundeinstellung im Allgemeinen nur Menschen zuerkannt.
4.    Die anthropozentrische Be­schränktheit des globalen Weltbildes hat zu tiefgreifenden Krisen geführt, welche die Existenz der natürlichen Umwelt, also der Pflanzen-, Tier- und Menschenwelt, gefährdet und zu vernichten droht.
5.    Die gesamte Natur wird – politisch weltweit gewollt und gesellschaftlich toleriert – in einer primär auf den Menschen ausgerichteten Nutzungsbetrachtung klassifiziert und entsprechend angepasst und/oder vernichtet.
Leiden und Ausbeutung der Tiere sind dadurch in den letzten Jahrhunderten – und ganz besonders in den letzten Jahrzehnten – in unvorstellbarem Ausmaß ge­wachsen.
6.    Tiere wurden in diesem Umfeld zu Wesen reduziert, an denen niederste Instinkte, Perversionen und Grausamkeiten des Menschen legal in jedem Kulturkreis ausgelebt werden können. Der Umgang mit Tieren wird gegenwärtig nahe­zu weltweit vom primitiven Recht des Stärkeren, der rohen Gewalt, bestimmt.
7.    Dem Mitgeschöpf, dem Tier, wird jedes wirkliche Recht, jedes soziale Empfinden, von den christlichen Religionen sogar noch die Seele abgesprochen.
8.    Der Mensch möchte frei und unbeschadet leben, soziale Kontakte haben und sein Leben in Frieden verbringen. Das gleiche Verlangen hat das Tier. Jedes Tier fürchtet die Vernichtung, fürchtet den Schmerz. Es kommt aber am Wenigsten bei der Betrachtung der Fähigkeiten eines Lebewesens darauf an, ob Tiere die gleiche Intelligenz des Menschen haben, sondern einzig, ob sie die gleiche Leidensfähigkeit haben. Grundsätzlich gilt „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will“ (Albert Schweitzer).
9.    Da die Tiere den Menschen in der Fähigkeit zu leiden, Schmerzen, Interesse und Befriedigung zu empfinden, gleich sind, müs­sen diese ihre Fähigkeiten auch in gleicher Weise berücksichtigt, respektiert und geschützt werden.
10.    Insbesondere wegen ihrer Veranlagung, Schmerzen, Angst und Leiden zu empfin­den, dürfen Tiere nicht misshandelt oder ge­ängstigt werden. Das Recht auf Verscho­nung von menschlicher Gewalt ist ein Grund­recht aller Tiere.
11.    Jede Religion, jede Philosophie, jede Lehre, jede Politik und gesellschaftliche Norm, welche die Lebewesen nach Spezies, nach Gruppen, nach Mensch und Tier trennt und diese Trennung und Wertung moralisch rechtfertigen will, bewegt sich auf

radikalem anthropozentrischem Niveau. Derartige Gedankenstrukturen beinhalten grundsätzlich eine Über- und Unterordnung, eine Wertehierarchie und fördern Elend und Leid der nichtmenschlichen Lebewesen.
12.    Wir haben nicht das Recht, innerhalb der menschlichen Spezies die vorhandenen Interessen von Menschen deshalb geringer zu schätzen, weil sie zu einer anderen Rasse oder zu einem anderen Geschlecht gehören, somit sind wir auch nicht berechtigt, die vorhandenen Interessen von nichtmenschlichen Lebewesen deshalb geringer zu schätzen, weil sie zu einer anderen biologischen Gattung, zu einer anderen Lebensform gehören.
13.    So wie man Rassismus, Frauenunterdrückung und Sklaverei geächtet hat, ist eine Ächtung des Speziesismus, d.h. der Ungleichbehandlung von Lebewesen aufgrund ihrer Art, erforderlich.
14.    Jedes Leben ist in seiner Zuordnung zu einer Lebensform zufallsabhängig. Es liegt nicht in der Macht eines Lebewesens, diese Form zu beeinflussen. Dies bedeutet in der Konsequenz, dass es nicht das Verdienst des Menschen ist, als Mensch geboren zu werden. Der Vogel, der Fisch, der Hund, das Schwein werden von der Natur – wie der Mensch – in ein Leben ohne Entscheidungsmöglichkeit über die Form geworfen, die für den Glücklichen Frieden, für den Unglücklichen aber Leid, Angst, Schmerz und grausamen Tod bedeutet.
15.    Der unendliche Kreislauf von Fressen und Gefressenwerden ist der Natur immanent mit der Folge, dass Leben nur auf Kosten anderen Lebens erfolgt. Von allen Lebewesen hat aber allein der Mensch die moralische Wahlmöglichkeit, diesen Kreislauf zu durchbrechen. Seine ethische Weiterentwicklung lässt sich daran ablesen, inwieweit er diesen Kreislauf durchbricht, das Auslöschen von Leben zu vermeiden sucht und die Einmaligkeit jedes Lebewesens als Mitgeschöpf akzeptiert. Erst dieses Verhalten bedeutet eine tiefe Ehrfurcht vor dem Leben, eine tiefe moralische Integrität. Eine ethische Höher- und Weiterentwicklung der Menschheit muss deshalb das Wollen bedeuten, das Leid aller Lebewesen zu mildern, nicht aber nur die Milderung des Leides beim Menschen, das mit unsäglicher Verstärkung des Leides der übrigen Lebewesen erkauft wird.
16.    Die Verwirklichung der Menschenrechte für alle Menschen ist eine dauerhaft wichtige Aufgabe. Eine Beschränkung grundlegen­der Rechte allein auf die Menschheit ist aber ethisch und moralisch unvertretbar, denn kein Wort treibt einen tieferen Keil zwischen Mensch und übrige Kreatur als der Begriff der „Menschenwürde“. Dieses Wort trennt den Menschen moralisch und juristisch von allen anderen Lebensformen.
17.    So wie dem Menschen eine Würde zugesprochen wird, hat auch jedes Tier seine Würde.
Konkreta
18.    Jedes Lebewesen nimmt aber die umgebende Welt anders wahr, die Bakterie anders als der Fisch, die Schlange anders als der Bussard, der Hund anders als der Mensch. Es existieren somit zahllose, unabhängige Lebenswelten am Busch der Evolution, die alle mit dem gleichen Lebensrecht und Lebenswillen von der Natur ausgestattet wurden. Das Prinzip der Gerechtigkeit erfordert, Glei­ches gleich zu behandeln. Daher sind alle Lebewesen in den Aspekten, in denen sie gleich sind, gleich zu behandeln.
19.    Da Tiere genau wie Menschen danach stre­ben, das eigene Leben und das ihrer Art zu erhalten und zu schützen, sie also ein existenzielles Inter­esse an ihrem Leben haben, dürfen sie rechtlich nicht als Sache eingestuft werden.
Jedes Tier hat infolgedessen das Recht, seine artgemä­ßen Verhaltensweisen und seinen eigenen Lebensrhythmus zu verwirklichen. Seine Umwelt muss so ausgestattet werden, dass es seine Bedürfnisse in Bezug auf Nahrung, Bewegung, Anregung, Abwechslung und Sozialleben befriedigen kann.
20.    Die von der Evolution hervorgebrachten Tierarten haben das Recht, in ihrer Art weiterzuexistieren, d. h. sie dürfen nicht ausge­rottet oder genetisch manipuliert werden.
21.    Ehrfurcht vor dem Leben und Achtung vor den Tieren erstreckt sich nicht nur auf Haustiere, es erstreckt sich auf alle Lebewesen. Allein schon der Begriff „Nutztier/ Schlachttier“ degradiert ein Lebewesen zum Produktionsfaktor und ist moralisch vernichtend.
22.    Die kommerzielle Massentierhaltung ist grundsätzlich abzuschaffen, da sie den Tieren keine artgerechte Umgebung bietet und regelmäßig in schwerwiegende Tierquälerei mündet. In der Massentierhaltung ist das Leiden derTiere systemimmanent.
23.    Tiere dürfen nicht zu Ernährungszwecken getötet werden. Ihre Aufzucht, Unterbrin­gung, Fütterung, Versorgung und Transport dürfen nicht mit Belastungen, Qualen oder Schädigungen verbunden sein.
24.    Alle Tierarten, insbesondere die wildlebenden Arten, haben Anspruch auf den ihnen gemäßen Lebensraum. Ihr Lebensraum darf nicht ständig verkleinert oder ihnen ganz entzogen werden.
25.    Keine Tierart darf zu Zwecken des menschlichen Vergnügens wie
z. B. Stierkampf, Jagd und Angeln getötet wer­den. Wildlebende Tiere sind gegen Beein­trächtigungen durch die menschliche Ge­sellschaft und Zivilisation aktiv zu schützen. Dies gilt insbesondere für den Straßenverkehr und Bebauungsvorhaben.
26.    Die Zurschaustellung von Tieren zu Vergnügungs-, Unterhaltungs- oder Belehrungszwecken in Zoos und Zirkussen ist mit der Würde des Tieres als Lebewesen nicht zu vereinbaren und zu beenden. Ebenso sind Wett- oder Schaukämpfe von Tieren untereinander oder von Menschen gegen Tiere als Verherrlichung von Gewalt zu verbieten.
27.    Die Produktion von Tieren sowie ihr Verkauf und ihre Produkte zum Zwecke der Befriedigung menschlicher Kon­takt-, Prestige- oder Luxusbedürfnisse ist einzustellen. Tiere sind kein Ersatz für fehlende zwischenmenschliche Beziehun­gen.
28.    Tiere dürfen für religiöse Glaubensvorstellungen weder missbraucht noch getötet werden. Schächten ist der eklatanteste Verstoß gegen Tierrechte. Religionen, die Tierqual als göttliches Gebot beinhalten, haben sich moralisch diskreditiert. Die Religionsfreiheit darf niemals zum Leid – gleich welcher Spezies – führen.
29.    Tierversuche sind ein extremer Ausdruck von Gewalt gegen Tiere. Als wesentlicher Bestandteil einer auf dem Gewaltparadig­ma aufbauenden Wissenschaft verstoßen sie gegen die Grundrechte von Tie­ren. Sie sind zu verbieten, gleichgültig, ob ihr Zweck wissenschaftlicher, medizinischer, kommerzieller oder anderer Natur ist.
30.    Bei Umweltkatastrophen ist parallel zur Rettung von Menschen auch die Rettung von Tieren umgehend in Angriff zu nehmen.

Putenfleisch

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Derzeitige Zustände in der Truthühnermast unerträglich, doch wieder hat die Geflügelindustrie versucht, die Besatzdichte zu erhöhen. Der VGT konnte dies in letzter Minute verhindern!

Noch vor Erreichen der Geschlechtsreife werden weibliche Truthühner (Puten) in nur 16 Wochen auf ein Schlachtgewicht von 12 kg gemästet. Ihre männlichen Geschwister (Puter) werden erst nach weiteren 5 Wochen getötet und erreichen ein Schlachtgewicht von bis zu 20 kg.

Die Truthühner in konventioneller Putenfleischproduktion verbringen ihr kurzes Leben stehend auf ihren eigenen Exkrementen, unter künstlichem Dauerlicht, in absolut reizarmer Umgebung und unvorstellbar hohen Besatzdichten von 40 kg/m²: Kannibalismus, gegenseitiges Federpicken bis hin zu Fleischwunden stehen an der Tagesordnung, beißender Ammoniakgeruch liegt in der Luft.

Täglich fallen Tiere aus, die dem Dauerstress nicht widerstehen können, im Mittel sterben oft mehr als 5 % des gesamten Bestands bereits vor der Schlachtung. Kurz vor dem ,,Ausfall“ stehende Tiere müssen laut Tierschutzgesetz in sog. Quarantänebuchten verwahrt werden. Dort müssen sie dann einen langsamen, qualvollen Tod erleiden.

Nahrungsergänzungsmittel, Vitamine, aber auch Medikamente und oftmals Antibiotika werden der ganzen Herde von vielen tausend Tieren kollektiv dem Futter zugesetzt. Um gegenseitige Verletzungen zu minimieren werden allen Küken bereits am ersten Lebenstag die Schnäbel kupiert.

Bei den verwendeten Rassen mit den bezeichnenden Namen wie ,,Big-6″, ,,Big-9″ oder ,,Converter“ handelt es sich um Qualzuchten, deren Skelett schon im letzten Drittel der Mastperiode nicht mehr in der Lage ist, den auf maximalen Fleischzuwachs gezüchteten Körper zu tragen und irreversible Gelenksschäden erleidet. Ohne Schlachtung nach wenigen Monaten wäre es den Turboputen nicht möglich, ihre natürliche Lebenserwartung von 15 Jahren ohne schmerzhafte Einschränkungen zu erreichen.

Dem VGT zugespieltes Bild- und Videomaterial aus österreichischen Putenmastbetrieben zeigt das volle Ausmaß der unfassbaren Tierquälerei an diesen intelligenten und sensiblen Vögeln. Die Aufnahmen stammen aus Betrieben die an den bekannten Zerlegebetrieb ,,Pöttelsdorfer Putenspezialitäten“ (im Besitz der Wech-Truthahnverarbeitung) liefern.

,,Es ist erschütternd mit welcher Brutalität in Österreich das vermeintlich ach so gesunde Putenfleisch erzeugt wird. Doch der in letzter Sekunde verhinderte Versuch der Tierindustrie die Geflügelbesatzdichten noch weiter zu erhöhen, schlägt dem Fass den Boden aus!“, empört sich Elmar Völkl vom Verein gegen Tierfabriken, ,,Die Tierindustrie, der Handel und letztlich die Politik sind aufgefordert endlich jene tierfreundlicheren Haltungsbedingungen herzustellen, die sich die KonsumentInnen wünschen! Tierschutzgesetze sollten mit der Zeit stetig verbessert, und nicht verschlechtert werden!“

Allein aus dem Video ergibt sich der Verdacht zahlreicher Gesetzesübertretungen, insbesondere die Zustände in der Quarantänebucht entsprechen nicht den gesetzlichen Bestimmungen über den Umgang mit kranken, verletzten und toten Tieren. Der VGT hat eine umfassende Anzeige an die BH Eisenstadt-Umgebung übermittelt.

Ziesel sind keine Ratten

Ziesel

Nachdem sich die übliche Berichterstattung über die Ziesel meist um tagesaktuelle Ereignisse dreht, wollten wir die aktuell herrschende Aufmerksamkeit für das Problem beim Heeresspital dazu nutzen, den Fokus auf relevante, vor allem rechtliche Aspekte zu lenken, die sonst meist untergehen.

Aus diesem Grund luden wir am 12 April zu einer Pressekonferenz mit namhaften Experten aus relevanten Fachbereichen.

erläuterte zunächst den Hintergedanken des europäischen Naturschutzes und der Flora-Fauna-Habitat (FFH) Richtlinie. Bei der Auseinandersetzung um die Zieselpopulation beim Heeresspital entsteht oft der Eindruck, Tiere würden gegen Menschen ausgespielt. Die EU-Naturschutzrichtlinien wurden aber geschaffen, da man Bedenken hatte, dass der Artenrückgang auf den Menschen selbst negativ zurückfällt, und nicht aus Selbstzweck.

Es folgte Kritik an der Handhabung des Bauprojekts durch die Behörde. Diese habe lediglich eine “Baufeldfreimachung” auf der Projektfläche als Projekt geprüft, ein Bauvorhaben für 950 Wohnungen wurde nie artenschutzrechtlich geprüft. Ist das Baufeld erst mal frei, braucht man keine artenschutzrechtliche Prüfung mehr, daher gibt es auch keine Prüfung von Auswirkungen und Fernwirkungen des Bauprojektes, wie sie eigentlich stattfinden hätte müssen.

Es gibt bei diesem Projekt grobe Verfahrensmängel und kein artenschutzrechtliches Verfahren zum Gesamtprojekt “Bau und Betrieb von 950 Wohnungen”, daher ist das Beschwerdeverfahren bei der EU weiterhin offen.

Weiters ist die hier erfolgte Zerstückelung des Projekts (Erdabtrag auf 1/3 der Fläche wurde als einzelnes Teilprojekt genehmigt) nicht erlaubt (eine solche Stückelung wird von der Behörde selbst eingestanden: KRONE).

Maßnahmen, die mit großen Unsicherheiten verbunden sind, also als Experimente anzusehen sind, wie die “freiwillige Umlenkung” der Ziesel, dürften in Verfahren, wie diesem, gar nicht bewilligt werden. Hinzu kommt, dass dadurch auch den Projektwerbern unnötig Verzögerungen und Kosten entstehen.

Eine bei einem korrekten Verfahren fällige Alternativenprüfung müsste sämtliche Alternativen einschließen, die Realisierung des Zwecks (=Wohnbau) müsse an alternativen Standorten geprüft werden. Vom Standort her inkludiert das Wien und das nahe Niederösterreich, und muss auch die Möglichkeiten einer Umwidmung an Alternativstandorten und einer Rückwidmung der Projektfläche berücksichtigen.

äußerte sich zu den Zahlen, die bezüglich des Wiener Zieselbestandes seitens der Behörde verbreitet werden (9500 Tiere).
Die Bestimmung der Anzahl der Zieselindividuen ist schwierig, da es  Zieselbaue mit 6, aber auch mit bis zu 32 Ausgängen gibt. Zur Zählung gibt es verschiedene Methoden:

  • Mehrfach im Jahr Vorkommen beobachten und sichtbare Tiere zählen – aufwendig.
  • Ziesel fangen, markieren, freilassen, bis keine unbekannten Tiere mehr gefangen werden können. Das ist die genauere Methode, Aufwand und Kosten sind jedoch immens.

In Wien wird jedoch anders gezählt: Alle Baueingänge im Radius von 5m werden zu einem Zieselbau gezählt. Die Anzahl der Baue wird gleich der Anzahl der Ziesel gesetzt.

Je nach Quelle werden nun Zahlen (Schätzungen) von 20.000-25.000 oder 15.000-30.000 Individuen für ganz Österreich genannt, in Summe ergeben aber Zählungen der letzten Jahre für Burgenland,  Niederösterreich und Wien insgesamt 8100 Ziesel.

Demgegenüber gibt die MA 22 den Wiener Bestand nach der neuesten Zählung mit 9500 Tieren an, nach der Bauzählmethode.

Für die Bauprojektfläche beim Heeresspital wurden mit der Fang-Wiederfangmethode nur 24% der mit der Bauzählmethode ermittelten Tiere gefangen. Daher ist laut Spitzenberger davon auszugehen, dass die mit der Bauzählmethode ermittelten Wiener Zahlen eher einem Bestand von 2300 Tieren entsprechen.

Der Grund für die überhöhten Zahlen dürfte der Versuch sein, angesichts der Eingriffe beim Heeresspital ein EU-Vertragsverletzungsverfahren zu vermeiden.

Anmerkung: Zur Vergleichbarkeit der aktuellen Zahl mit der vorhergehenden Schätzung und dem daraus abgeleiteten Wachstum hat sich bereits die bei der ersten Zählung federführende Expertin äußerst kritisch geäußert).

Nachdem sich die übliche Berichterstattung über die Ziesel meist um tagesaktuelle Ereignisse dreht, wollten wir die aktuell herrschende Aufmerksamkeit für das Problem beim Heeresspital dazu nutzen, den Fokus auf relevante, vor allem rechtliche Aspekte zu lenken, die sonst meist untergehen.

Aus diesem Grund luden wir am 12 April zu einer Pressekonferenz mit namhaften Experten aus relevanten Fachbereichen.

DI Wolfgang Suske,
international tätiger Experte für europäisches Naturschutzrecht,

erläuterte zunächst den Hintergedanken des europäischen Naturschutzes und der Flora-Fauna-Habitat (FFH) Richtlinie. Bei der Auseinandersetzung um die Zieselpopulation beim Heeresspital entsteht oft der Eindruck, Tiere würden gegen Menschen ausgespielt. Die EU-Naturschutzrichtlinien wurden aber geschaffen, da man Bedenken hatte, dass der Artenrückgang auf den Menschen selbst negativ zurückfällt, und nicht aus Selbstzweck.

Es folgte Kritik an der Handhabung des Bauprojekts durch die Behörde. Diese habe lediglich eine “Baufeldfreimachung” auf der Projektfläche als Projekt geprüft, ein Bauvorhaben für 950 Wohnungen wurde nie artenschutzrechtlich geprüft. Ist das Baufeld erst mal frei, braucht man keine artenschutzrechtliche Prüfung mehr, daher gibt es auch keine Prüfung von Auswirkungen und Fernwirkungen des Bauprojektes, wie sie eigentlich stattfinden hätte müssen.

Es gibt bei diesem Projekt grobe Verfahrensmängel und kein artenschutzrechtliches Verfahren zum Gesamtprojekt “Bau und Betrieb von 950 Wohnungen”, daher ist das Beschwerdeverfahren bei der EU weiterhin offen.

Weiters ist die hier erfolgte Zerstückelung des Projekts (Erdabtrag auf 1/3 der Fläche wurde als einzelnes Teilprojekt genehmigt) nicht erlaubt (eine solche Stückelung wird von der Behörde selbst eingestanden: KRONE).

Maßnahmen, die mit großen Unsicherheiten verbunden sind, also als Experimente anzusehen sind, wie die “freiwillige Umlenkung” der Ziesel, dürften in Verfahren, wie diesem, gar nicht bewilligt werden. Hinzu kommt, dass dadurch auch den Projektwerbern unnötig Verzögerungen und Kosten entstehen.

Eine bei einem korrekten Verfahren fällige Alternativenprüfung müsste sämtliche Alternativen einschließen, die Realisierung des Zwecks (=Wohnbau) müsse an alternativen Standorten geprüft werden. Vom Standort her inkludiert das Wien und das nahe Niederösterreich, und muss auch die Möglichkeiten einer Umwidmung an Alternativstandorten und einer Rückwidmung der Projektfläche berücksichtigen.

Dr. Friederike Spitzenberger,

Säugetierexpertin, Verfasserin  der Roten Liste gefährdeter Säugetiere Österreichs,

äußerte sich zu den Zahlen, die bezüglich des Wiener Zieselbestandes seitens der Behörde verbreitet werden (9500 Tiere).
Die Bestimmung der Anzahl der Zieselindividuen ist schwierig, da es  Zieselbaue mit 6, aber auch mit bis zu 32 Ausgängen gibt. Zur Zählung gibt es verschiedene Methoden:

  • Mehrfach im Jahr Vorkommen beobachten und sichtbare Tiere zählen – aufwendig.
  • Ziesel fangen, markieren, freilassen, bis keine unbekannten Tiere mehr gefangen werden können. Das ist die genauere Methode, Aufwand und Kosten sind jedoch immens.

In Wien wird jedoch anders gezählt: Alle Baueingänge im Radius von 5m werden zu einem Zieselbau gezählt. Die Anzahl der Baue wird gleich der Anzahl der Ziesel gesetzt.

Je nach Quelle werden nun Zahlen (Schätzungen) von 20.000-25.000 oder 15.000-30.000 Individuen für ganz Österreich genannt, in Summe ergeben aber Zählungen der letzten Jahre für Burgenland,  Niederösterreich und Wien insgesamt 8100 Ziesel.

Demgegenüber gibt die MA 22 den Wiener Bestand nach der neuesten Zählung mit 9500 Tieren an, nach der Bauzählmethode.

Für die Bauprojektfläche beim Heeresspital wurden mit der Fang-Wiederfangmethode nur 24% der mit der Bauzählmethode ermittelten Tiere gefangen. Daher ist laut Spitzenberger davon auszugehen, dass die mit der Bauzählmethode ermittelten Wiener Zahlen eher einem Bestand von 2300 Tieren entsprechen.

Der Grund für die überhöhten Zahlen dürfte der Versuch sein, angesichts der Eingriffe beim Heeresspital ein EU-Vertragsverletzungsverfahren zu vermeiden.

Anmerkung: Zur Vergleichbarkeit der aktuellen Zahl mit der vorhergehenden Schätzung und dem daraus abgeleiteten Wachstum hat sich bereits die bei der ersten Zählung federführende Expertin äußerst kritisch geäußert).

Dr. Madeleine Petrovic,
Präsidentin des Wr. Tierschutzvereins,

beanstandete eklatante demokratiepolitische Defizite von Seiten der Behörde.

Sie wies auch darauf hin, dass der WTV in letzter Zeit immer mehr Wildtiere versorgen müsse, da der Lebensraum offenbar immer knapper wird.

Das Argument, dass man in Wien nichts mehr bauen könne, wenn man den Schutz der Ziesel durchgehen lässt, könne man nicht gelten lassen: es wurden und werden in der ganzen Stadt ohne Probleme zahlreiche Großprojekte verwirklicht, siehe z.B. Seestadt Aspern. Es kann immer zu Kollisionen mit schützenswerten Zielen geben, wie z.B. dem Denkmalschutz, der Artenschutz ist hier nicht anders zu behandeln, es würde auch niemand auf die Idee kommen im Schönbrunner Schloßgarten zu bauen.

Österreich hat Aarhus-Konvention, die den Rechtszugang der Öffentlichkeit in Umweltangelegenheiten regelt, nicht korrekt umgesetzt (ein Mahnverfahren der EU läuft derzeit aus diesem Grund). Rechtssicherheit gibt es bei Bescheiden der MA 22 die das Projekt beim Heeresspital betreffen zukünftig nicht, da Eingetragene Umwelt-NGOs bei der Erstellung nicht als Parteien berücksichtigt sind.

Dr. Wolfgang List,
Umweltjurist

In diesem Sinne hat Virus vor, als übergangene Partei im Sinne der Aarhus-Konvention Beschwerde wegen Nicht-Zustellung des Bescheides einzulegen. Der EuGH fährt mit seinen Urteilen in vergleichbaren Fällen eine Linie, die auf eine stärkere Beteiligung der Öffentlichkeit setzt.

Umweltdachverband fordert Einstellung der Arbeiten

Begleitend zur Pressekonferenz meint der Umweltdachverband in einer Aussendung treffend
Ziesel sind keine Ratten“ – hochgradig gefährdete Arten verdienen besonderen Schutz
Die Dachorganisation Österreichischer Umweltorganisationen fordert:

Wien als Weltstadt muss Verfahren europarechtskonform durchführen
– Sofortiger Maßnahmenstopp bis zur Klärung durch die Europäische Kommission

Tauben unter der Reichsbrücke in Wien

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Die Reichsbrücke in Wien soll im Herbst 2016 saniert werden. Bei einer Sanierung einer Brücke in einer Stadt sind die verantwortlichen und handelnden Firmen immer auch mit dem Österreichischen Tierschutzgesetz konfrontiert. Es wohnen Stadttauben unter Brücken.

Wenn Brücken in unseren Städten saniert, repariert, oder auch abgerissen werden, so muss vorher sorgsam die Sachlage mit den Tauben analysiert und aufgenommen werden, damit den Tieren kein Schaden zugefügt wird. Dies bedeutet eine große Aufgabe für den Tierschutz, der hier natürlich reagieren, und Gefahr für die Stadttauben abwenden muss.

Unter Brücken richten Stadttauben immer auch ihre Brutplätze ein; nisten und bringen ihre Kinder auf die Welt. Diese Nestlinge können auf eine Bauaktion nicht reagieren, bleiben schutzlos in ihren Nestern; die Versorgung wird gestört, oder sogar ganz behindert. Und was macht ein Bauarbeiter, wenn er auf ein Nest trifft? Viele handelnden Personen meinen, dass die Tauben eh weg fliegen. Ja, die erwachsenen Tauben können das. Aber die Nestlinge können das nicht, und die Elterntiere bleiben hartnäckig auf ihren Nestern sitzen, beschützen die Brut, und werden so ebenfalls gefährdet.

Die verantwortlichen Firmen benötigen zur Einhaltung des Tierschutzgesetzes aber die notwendige Zusammenarbeit mit dem Tierschutz. Deshalb soll im Vorfeld der Sanierungsarbeiten der Tierschutz schon Kontakte zu den Verantwortlichen Auftraggebern aufnehmen, und auf die brisante Situation hinweisen; ebenfalls um eine Zusammenarbeit bemüht sein.

„Derzeit läuft das Ausschreibungsverfahren – im Herbst soll die Sanierung beginnen,“ so der Wortlaut der MA29.

Polizeischutz für Bagger statt Naturschutz

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Am Vormittag des 12. April 2016 wurden die Baggerarbeiten im Ziesel- und Zauneidechsen-Habitat beim Heeresspital fortgesetzt. Statt zwei Baggern, kommt nun eine ganze Baumaschinen-Flotte zum Einsatz um rasch vollendete Tatsachen zu schaffen.

Polizeibeamte vor Ort – in Uniform und in Zivil – sollen für die politisch bestens vernetzte Baulobby den reibungslosen Ablauf der Zerstörungen sicherstellen.

Man beruft sich auf den gültigen Bescheid der Naturschutzehörde MA 22, der allerdings vorschreibt, dass – so wie von den Bauträgern eingereicht – vor jedem Baufahrzeug zwei Personen vorangehen müssen, um die Flucht von „fluchtfähigen Organismen“ auszulösen.

Wie für jeden anwesenden Beobachter klar erkennbar, war dies gestern offensichtlich nicht der Fall. Jedoch schritten weder ökologische Aufsicht noch Naturschutzbehörde ein.

Das evidente Vorkommen der streng geschützten Zauneidechse, das im Bescheid nicht berücksichtigt wurde, wird offenbar seinem Schicksal überlassen. Dabei gilt für die Zauneidechse, da nicht im Bescheid erfasst, uneingeschränkt das Wiener Naturschutzgesetz. Tötungen von Individuen und Zerstörung von Lebensstätten der Zauneidechse sind demnach streng verboten.

So funktioniert Naturschutz im roten/grünen Wien im Jahr 2016, in dessen Besitz sich unfassbare 2,3 Mio. Quadratmeter an Bauland befinden und  Widmungen im Ausmaß von 33.000 Neubauwohnungen für sozialen Wohnbau nicht genutzt werden.

Daher liegen wohl keine zwingenden Gründe öffentlichen Interesses für die unwiederbringliche Vernichtung wertvoller natürlicher Ressourcen beim Heeresspital, sondern schlicht ergreifende andere, vor …