Category Archives: Huhn

Wie Hühner für den Eierkonsum leiden müssen in Käfig und auch in Bodenhaltung!

So leben und leiden Hühner in der Käfig- und Bodenhaltung für verarbeitete Produkte mit Eiern

Stand Juli 2017
Sie dachten, dass die Käfighaltung in Deutschland längst abgeschafft wurde?

Falsch! Die Käfige wurden lediglich größer, mehr Hennen werden darin eingesperrt, und marginale Verbesserungen, wie beispielsweise Nester oder Sitzstangen, wurden zur Pflicht. Das Ganze wird von Politik und Industrie beschönigend „Kleingruppenhaltung“ genannt.

Eier aus sogenannter Kleingruppenhaltung findet man in den Supermärkten kaum mehr lose in Eierkartons, denn die Verbraucher lehnen diese Art der Haltung ab. Essen tun es trotzdem die meisten Deutschen – nämlich verarbeitet in Nudeln, Keksen oder Fertiggerichten. Auch Eier in Restaurants sind nicht selten aus der tierquälerischen Käfighaltung.

Dass das Leben in diesen „ausgestalteten Käfigen“ für die Hennen alles andere als schön ist, zeigen Aufnahmen aus einer Käfighaltung des Konzerns „Deutsche Frühstücksei GmbH“.
Die 1990 gegründete Deutsche Frühstücksei GmbH ist der größte Akteur auf dem deutschen Eiermarkt. Mehr als die Hälfte der Eier in Deutschland werden verarbeitet und somit ohne Kennzeichnungspflicht verkauft. Als einer der größten Eierproduzenten und -vermarkter wird das Unternehmen mit Subventionen aus Steuergeldern unterstützt. Auf 20 Farmen soll die „Deutsche Frühstücksei GmbH“ insgesamt 16 Millionen Hennen halten – darunter Käfig- sowie Bodenhaltung, aber auch Freiland- und Biohaltung.

Wie viele andere Tierhalter beteuert auch dieser Konzern die Wichtigkeit der Tiergesundheit sowie des Tierwohls. Die Bilder aus zwei Betrieben des Konzerns „Deutsche Frühstücksei GmbH“ sprechen allerdings eine andere Sprache:
Federpicken ist bei fast jedem Huhn zu beobachten. Bedingt durch Rangkämpfe, die karge Umgebung und haltungsbedingte Aggressionen wurde einigen Hühnern von ihren Artgenossen beinahe das gesamte Federkleid herausgerissen – eine Tortur für rangniedere Tiere, die ihren Artgenossen nicht aus dem Weg gehen können.

Blasse Kämme und Hennen mit stumpfem Gefieder prägen das Bild in dieser Käfighaltung
Schmerzhafte Veränderungen an den Fußballen sind eine Folge der harten Gitterböden – kein Vergleich zur ursprünglichen Umgebung der Tiere aus Erde, Sand und Gras. Durch die unnatürlich hohe Anzahl an Eiern entzünden sich oftmals die Kloake oder der gesamte Legeapparat, also Eierstock, Eileiter, Uterus und Legedarm. Diese Hühner können nicht aufhören, Eier zu legen, denn der Mensch hat sie durch jahrelange Züchtung zu Eiermaschinen degradiert.

Trotz entzündetem Legeapparat legt diese Henne jeden Tag ein Ei – es wurde ihr über Jahre angezüchtet.

Doch was ist mit anderen Haltungsformen?

Die sogenannte Bodenhaltung ist die weitverbreitetste Haltungsform in Deutschland. Neun Hennen teilen sich hier einen Quadratmeter. Können Sie sich vorstellen, in solch einer Enge zu leben – Tag für Tag?

Auch hier liegen PETA Aufnahmen aus einem Betrieb der Firma „Deutsche Frühstücksei GmbH“ vor, die ihre Eier an nahezu alle Supermärkte, darunter Aldi und Edeka, verkauft. Weiteres Bildmaterial stammt aus einer Bodenhaltung der Unternehmensgruppe „Hennenberg“ in Niedersachsen. Der Tierbestand in beiden Anlagen bietet ein ähnliches Bild: Durch Federpicken und Kannibalismus leiden die ausgemergelten Hennen an einem katastrophalen Gefiederzustand. Brustblasen vom langen Ruhen auf hartem und feuchtem Untergrund sowie Veränderungen oder sogar Brüche am Brustbein sind an vielen Tieren zu beobachten, denn die hohen Sitzstangen bedeuten für die ungeübten Flieger eine ernste Verletzungsgefahr.

Genau wie in der Käfighaltung leiden die überzüchteten Hennen an entzündeten Eileitern. Weiter zeigen die Aufnahmen, dass die geschwächten Tiere von der roten Vogelmilbe befallen sind – eine in der Geflügelhaltung weit verbreitete Milbenart, die den Tieren nachts Blut absaugt. Beschäftigung finden die intelligenten und von Natur aus neugierigen Tiere in den kargen Hallen kaum. Picken in ihrem eigenen Kot oder Auseinandersetzungen mit den Hunderten oder gar Tausenden Artgenossen in einem Stallabteil prägen den Alltag der Tiere.

Auch in der Bodenhaltung leiden die Hennen an Überzüchtung und haltungsbedingten Verletzungen.
Weitere Informationen über die verschiedenen Haltungssysteme und warum auch Bio- oder Freilandhaltung Qualen für die Hühner bedeuten, finden Sie hier.

PETA hat gegen die Betreiber der Hühnerfabriken Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und die Tierschutznutztierhaltungsverordnung erstattet. Gleichzeitig fordern wir von der Politik ein Ende der legalisierten Tierquälerei und die Förderung der bio-veganen Landwirtschaft. Denn auch ohne Gesetzesverstöße leiden die Tiere unter den minimalen gesetzlichen Regelungen.

Trauriger Rückblick

Bereits mehrmals, zuletzt im Jahr 2012, hat PETA Aufnahmen aus Betrieben der Unternehmensgruppe „Hennenberg“, weiteren Tierhaltern sowie einem Betrieb, an dem die „Deutsche Frühstücksei GmbH“ beteiligt war, veröffentlicht. Das zeigt ganz klar: Tierquälerei in der Eierindustrie hat System, und es ändert sich über die Jahre hinweg nichts für die intelligenten Hühner. Es stehen Ihnen Informationen zu bisherigen Recherchen von 2012 und der damaligen Bio-Farm Hennenberg zur verfügung. Außerdem können Sie Bild- und Videomaterial zur damaligen Recherche „Hennenberg“ herunterladen

Was Sie tun können

Lassen Sie sich von gut klingenden Werbeversprechen oder idyllischen Bildern auf Verpackungen nicht täuschen. Wenn Sie den Tieren nachhaltig helfen möchten, kaufen Sie keine tierischen Produkte wie Fleisch, Milch, Eier oder Produkte mit Eiern. Hinter all diesen Erzeugnissen steckt großes Tierleid. Melden Sie sich noch heute für unser unverbindliches und kostenloses Veganstart-Programm an und erhalten Sie 30 Tage lang leckere vegane Rezepte und viele Tipps und Tricks, die den Einstieg in ein gesundes und tierfreundliches Leben erleichtern.
Unterschreiben Sie zudem unsere Petition gegen die legalisierte Tierquälerei in Deutschland.
Weiteres Bildmaterial finden Sie in unserer Mediathek.

Bitte unterschreiben:

Exportförderung für Tierquälerei? Der weißrussische Eierproduzent Servolux hat 25 Millionen Euro bei der Europäischen Entwicklungsbank beantragt, um eine Käfigbatterie zu bauen. Die deutsche Firma FIT Farm will offenbar die Ställe liefern, die in der EU nicht erlaubt sind. Bitte fordern Sie: Kein öffentliches Geld für Tierfabriken.

Petition

Falls die Europäische Entwicklungsbank den Kredit gewährt, werden bald 378.000 Küken pro Jahr zusammengepfercht in Käfigen ohne Streu sitzen – 47 Tage lang, bis zur Schlachtung. Für solch eine Tierfabrik hat Servolux den Kredit beantragt. Über den Antrag wird im April entschieden. Es droht noch mehr öffentliches Geld in die Förderung von Massentierhaltung zu fließen!

Die Technik – in der EU nicht erlaubt – solle der deutsche Hersteller „FIT Farm“ liefern, berichtet die Organisation Humane Society International (HSI). Ein Werbevideo gaukelt klinisch reine Hühnerhaltung vor, in Wirklichkeit leiden die Tiere. Telefonisch bestreitet die Firma, dass ihre Käfige den EU-Vorschriften nicht entsprächen und dass die Tiere litten.

HSI stellt in einem Bericht zahlreiche Fälle dar, bei denen die Rechte der Tiere offenbar keine Rolle spielen.

So hat Deutschland den Bau von zwei Käfigbatterien in der Ukraine mit Hermesbürgschaften von 26,4 Millionen Euro abgesichert. Besonders pikant: Mit öffentlichem Geld sind somit Käfige finanziert worden, die in Deutschland mittlerweile verboten sind. Dem Bericht zufolge darf die Firma Avangard dennoch seit 2014 Eiprodukte auf dem EU-Markt verkaufen. Verbraucher erfahren häufig nicht, ob die Eier in verarbeiteten Lebensmitteln aus derartiger Käfighaltung stammen. Es gibt keine Kennzeichnungspflicht.

Rettet den Regenwald kämpft seit vielen Jahren gegen Massentierhaltung und plädiert für eine vegetarisch-vegane Ernährung. Für den Anbau von Tierfutter werden große Regenwaldgebiete vernichtet, um Platz für Soja- und Maismonokulturen zu schaffen.

Bitte fordern Sie, dass keine Ställe mit öffentlichem Geld unterstützt werden, in denen Hühner, anderes Geflügel und Schweine unter quälerischen Bedingungen gehalten werden. Für Tierfabriken darf es weder Kredite noch Bürgschaften geben.