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Tauben unter der Reichsbrücke in Wien

Die Reichsbrücke in Wien soll im Herbst 2016 saniert werden. Bei einer Sanierung einer Brücke in einer Stadt sind die verantwortlichen und handelnden Firmen immer auch mit dem Österreichischen Tierschutzgesetz konfrontiert. Es wohnen Stadttauben unter Brücken.

Wenn Brücken in unseren Städten saniert, repariert, oder auch abgerissen werden, so muss vorher sorgsam die Sachlage mit den Tauben analysiert und aufgenommen werden, damit den Tieren kein Schaden zugefügt wird. Dies bedeutet eine große Aufgabe für den Tierschutz, der hier natürlich reagieren, und Gefahr für die Stadttauben abwenden muss.

Unter Brücken richten Stadttauben immer auch ihre Brutplätze ein; nisten und bringen ihre Kinder auf die Welt. Diese Nestlinge können auf eine Bauaktion nicht reagieren, bleiben schutzlos in ihren Nestern; die Versorgung wird gestört, oder sogar ganz behindert. Und was macht ein Bauarbeiter, wenn er auf ein Nest trifft? Viele handelnden Personen meinen, dass die Tauben eh weg fliegen. Ja, die erwachsenen Tauben können das. Aber die Nestlinge können das nicht, und die Elterntiere bleiben hartnäckig auf ihren Nestern sitzen, beschützen die Brut, und werden so ebenfalls gefährdet.

Die verantwortlichen Firmen benötigen zur Einhaltung des Tierschutzgesetzes aber die notwendige Zusammenarbeit mit dem Tierschutz. Deshalb soll im Vorfeld der Sanierungsarbeiten der Tierschutz schon Kontakte zu den Verantwortlichen Auftraggebern aufnehmen, und auf die brisante Situation hinweisen; ebenfalls um eine Zusammenarbeit bemüht sein.

„Derzeit läuft das Ausschreibungsverfahren – im Herbst soll die Sanierung beginnen,“ so der Wortlaut der MA29.

Arge Stadttauben

Dramatische Szenen haben sich heute beim Abgang zur Tiefgarage am Salzburger Bahnhof abgespielt. Gabriela hat heute Morgen im Gangsystem der Tiefgarage, dort, wo sich immer Tauben und Taubennester befunden haben, nachgesehen, ob die Firma ordentlich nach den Tauben gesehen hat, so wie sie es dem Ordnungsamt gestern mitteilte. Eine letzte Kontrolle vor der Schließung des Zuganges sollte gemacht werden.

Gabriela hat mich angerufen, und gesagt, dass Taubennester eingeschlossen wurden, die Kinder vor Hunger schreien, und die Tauben-Eltern nicht mehr in den Gang, und damit zu ihren Nestern können. Ich bin sofort zum Ort des Geschehens, habe das Schreien gehört; habe auch bemerkt, dass Tauben hinter Nest eingeschlossen waren, und habe sofort die Feuerwehr angerufen. Die Einsatzleitung war sehr freundlich, und ein Team hat sich sofort auf den Weg gemacht, die Tiere zu befreien.

Ich habe dann Brigitte angerufen, eine treue Mitarbeiterin der ARGE Stadttauben Salzburg, damit sie ebenfalls als Zeugin auftritt. Die Herren der Feuerwehr sind dann mit uns in den Gang gegangen, und haben sich persönlich von dem Drama für die Tiere überzeugt. Wir haben sofort die Tür geöffnet, diese mit Keilen gestoppt, und die Feuerwehr hat auch auf Anregung von Brigitte gleich ein amtliches Sicherungsband angebracht, damit niemand mehr auf die Idee kommt, die Türen wieder zu schließen.

Die Elterntauben sind sofort zu ihren Nestern geflogen, um die Kleinen zu beruhigen, zu versorgen. Ich habe außerdem noch eine Schale mit Futter in die Abdeckung gestellt, damit die Tauben, sollten sie noch einmal aus irgendwelchen Gründen wieder eingesperrt werden, zumindest Futter zur Versorgung haben; natürlich habe ich auch eine Wasserschüssel dazu gestellt.

Die Einschließung der Taubennester und der Tauben, wird am Montag sofort dem Amt gemeldet, das ja gestern schon von uns protokollarisch über die Situation informiert wurde. Jetzt ist ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz gegeben, und wir werden auf eine Anzeige drängen. Die eingeschlossenen Tauben waren einer Stresssituation ausgesetzt, und es drohte auch das Verhungern der Jungtiere, die dadurch von der Versorgung abgeschnitten waren.

Dramatik zweiter Teil: Am Abend wurde uns dann gemeldet, dass das amtliche Band entfernt, und die Tür wieder geschlossen war. Erneut waren die Tauben wieder aus-, bzw. auch eingeschlossen. Also mussten wir wieder bei der Feuerwehr intervenieren; die auch sofort wieder angerückt kam. Sie waren derart aufgeregt, dass hier gegen ihre Anweisungen, sprich Entfernung des Bandes, und erneute Einschließung der Tiere, zu wieder gehandelt wurde, dass auch hier eine Anzeige gemacht wird.

Außerdem habe ich am Abend die Firma ausfindig gemacht, und dort auch angerufen. Da es sich um eine Firma handelt, die auch am Wochenende im Büro besetzt ist, hatte ich Glück, und konnte einen freundlichen Herren sprechen. Auch dieser Herr war von diesem Vorgang bestürzt, und versicherte mir, dass alle Mitarbeiter am Wochenende die Anweisung erhalten werden, dass das Tor jetzt offen bleibt, bis die Situation mit den Tauben ordentlich gelöst ist.

Noch einmal geschafft!

Arge Stadttauben

Heute Vormittag 9:00: Eine Firma mit Steiger steht vor dem Eingang zu einer Tiefgarage, in dessen Durchgang sich Tauben seit Jahren aufhalten, und arbeitet fieberhaft an der Verschließung. In diesem Abgang, bzw. auch Durchgang zur Tiefgarage am Salzburger Hauptbahnhof haben sich schon lange Zeit Stadttauben beherbergt, Nester gebaut, und auch Taubenkinder geboren. Nun wird dieser Zugang geschlossen!

Wir beobachten diese Situation schon sehr lange, und haben auch mit einer derartigen Maßnahme gerechnet. da wir aber nie Auskunft (Datenschutz) über den Besitzer des Abganges zur Tiefgarage erhalten haben, konnten wir nur warten, und nicht aktiv werden. Nun ist es so weit: Die Tauben werden durch diesen Vorgang bedroht, sind gefährdet, eingesperrt zu werden; vor allem die Taubennester mit zu vermutenden Taubenkindern, die versorgt werden müssen.
Ich habe die Situation vor Ort sofort fotografiert. Weiter’s haben wir versucht, den zuständigen Herren, der für die Schließung aktiv verantwortlich ist, zu erfahren. Nach dem ich ein Foto gemacht habe, kam auch gleich ein Herr auf mich zu, und fragte mich, warum ich seinen „Besitz“ fotografiere. Nach dem ich diesem Herrn, der mir weder Namen noch Firmenzugehörigkeit, nennen wollte, über meine Bedenken aufgeklärt habe, meinte er nur: „Interessiert mich nicht!“
Also, eine anzunehmende Verletzung des Österreichischen Tierschutzgesetzes, interessiert den Herrn nicht. Ich habe sofort das Ordnungsamt, und die Leitung des Ordnungsamtes über diesen Vorgang informiert, und bin natürlich vor Ort geblieben. das Amt wollte mit dem Herrn sprechen, der hat aber weiter abgewiegelt, und wiederum gemein: Das Amt interessiert ihn (auch) nicht!
Das Amt hat im Hintergrund dann aber die zuständigen Kontaktdaten eingeholt, auch den Namen der Besitzer-Firma, und auch den Namen der zuständigen Arbeiter vor Ort. Die Besitzer-Firma hat dem Amt mitgeteilt, dass sie sich (schon) um das Tierschutzgesetz kümmern; und natürlich, so wurde es mir vom Amt weiter gegeben, kümmert sich die Besitzer-Firma auch darum, dass hier keine Taube eingesperrt wird. Jeder Arbeiter sei diesbezüglich angewiesen worden.
Nun gut. Die Arbeiter einer Firma scheinen ja auf derartige Vorgänge geschult (?) zu sein, dass sie diese Kontrolle übernehmen können. Ich vertraue den Worten dieser Firmen nicht, und hab mich über einen anderen Zugang an das Objekt heran geschlichen. Und siehe da: Es waren noch Tauben im Durchgang, die sich in einer Abdeckung (die wir ja schon längere Zeit beobachtet haben) aufgehalten haben, und die mit der Einschließung bedroht sind.
So viel zum Thema: Die Firmen schauen schon, dass den Tieren/Tauben kein leid geschieht. Ich habe das Amt über meine Entdeckung informiert, habe Fotos gemacht, habe diesen ganzen Vorgang protokolliert; und wir werden die Situation weiter beobachten. Noch ist das Netz nicht gespannt, nur der vordere Teil, die Rahmen für die Eingangstür wurden aufgestellt, Glas und Abdeckung inklusive. darüber soll noch ein Netz gespannt werden.
Das einmalige Nachschauen, ob sich noch Tauben im Durchgang aufhalten, zeigt, wie naiv und unerfahren diese Firmen an die Sache heran gehen. Und nachher, wenn Tiere zu Schaden kommen (sollten), will niemand dafür Verantwortlich sein. Wir werden den Vorgang weiter beobachten, und
sollten tauben eingesperrt werden, so werden wir über einen anderen Zugang hinein gehen, und die Tauben befreien. Auch die Nester.
Aber wir werden vorher alles genau dokumentieren, und dem Amt als Zeugen das Protokoll übergeben. Wir werden es nicht zulassen, dass hier Stadttauben, durch eine Unachtsamkeit der handelnden Personen zu Schaden kommen. Die Beobachtung des Vorganges dauert viele Stunden. Leider fehlen hier immer die notwendigen Helfer aus dem Tierschutz, damit man sich abwechseln kann.
Immer vor dem Wochenende, wenn alle Ämter geschlossen haben, passieren diese Geschichten,. Alles wird viel schwieriger zu regeln. Niemand ist dann erreichbar; auch die zuständigen und verantwortlichen Personen nicht. Gabriela und ich beobachten diese Situationen aber auch mit unserer Erfahrung, und deshalb sind wir immer schon in der Früh vor derartigen Orten, damit wir immer auch noch Zeit finden, hier mit den Ämtern gegen eine anzunehmende Verursachung einer (möglichen) Tierquälerei zu intervenieren.
ARGE Stadttauben Salzburg und Stadttaube Kowalsky