Category Archives: Tierquälerei

25 Jahre Blauer Kreis

Es wird viel für Tierschutz getan aber was ist mit den Exoten, Reptilien, Schlangen, Spinnen und Fröschen und einigen anderen? Das Team um Prof. Dr. Kurt Kolar Pflegestation für beschlagnahmte und ausgesetzte Reptilien kümmert sich mit großer Aufopferung darum.

Noch während Dr. Kurt Kolar die Mittelschule besuchte – 1949 – wurde Dr. Kurt Kolar auf die von Prof. Otto Koenig aufgebaute Biologische Station Wilhelminenberg aufmerksam.

Dr. Kurt Kolar nahm an einem Kurs für vergleichende Verhaltensforschung teil und war in der Folge bis 1954 ehrenamtlich im Institut tätig. Auf Anregung von Otto Koenig begann Dr. Kurt Kolar 1951 mit dem Studium von Zoologie und Psychologie an der Universität Wien.

Verhaltensgrundlagen bei Papageien war das Thema von Dr. Kurt Kolars Dissertation. Den Papageien bin ich treu geblieben, dieses Thema bearbeite Dr. Kurt Kolar als Buchautor bis zum heutigen Tag.

Weiters sind auch Bücher über Australien (nach einer mehrmonatigen Studienreise) und über die Problematik der Tierhaltung erschienen. Im Wilhelminenberger Institut war Dr. Kurt Kolar mit einer Unterbrechung bis 1970 tätig, die letzten zehn Jahre als Stellvertreter Otto Koenigs.

Diese Zeit war eine gute Schule, denn in der biologischen Station, aus der 1969 das Institut für vergleichende Verhaltensforschung der österreichischen Akademie der Wissenschaften hervorging, wurde vor allem auf Kameradschaft Wert gelegt. Dies hinderte allerdings nicht daran, dass die meisten Mitarbeiter das Institut nach Auseinandersetzungen mit dem Leiter verließen.

Dies war auch bei Dr. Kurt Kolar der Fall.

Dr. Kurt Kolar arbeitete nach meinem Abgang vorwiegend als zoologischer Schriftsteller. Dr. Kurt Kolar befasste sich aktiv mit Tierschutzfragen und übernahm 1984 die Leitung der Tierschutzaktion Blauer Kreis. Weiters wurde Dr. Kurt Kolar Vorsitzender der Zoologischen Gesellschaft Österreichs, Vizepräsident des Wiener Volksbildungswerkes und da selbst Vorsitzender der Fachgruppe Wissenschaften.

Als in den späten 80er-Jahren die Kritik an der Führung des Schönbrunner Tiergartens zunahm und sogar die Schließung dieses ältesten Zoos der Welt zur Diskussion stand, gründete Dr. Kurt Kolar im Rahmen der Tierschutzaktion eine Arbeitsgemeinschaft Zoo, für die Dr. Kurt Kolar mehrere anerkannte Fachleute gewinnen konnte. Somit konnten er entscheidend dazu beitragen, dass nach den nicht leicht zu knüpfenden Kontakten mit dem zuständigen Minister Dr. Wolfgang Schüssel durch ein im Nationalrat beschlossenes Gesetz der Schönbrunner Tiergarten Anfang 1992 in eine Ges.m.b.H. umgewandelt wurde. Dies war die Grundvoraussetzung für eine Verbesserung der Tierhaltung (Kleinaffenanlage, Großkatzenhaus, Elefantenhaus) und auch für eine bedeutende wirtschaftliche Sanierung.

Auf die Initiative von Dr. Kurt Kolar wurde der Verein der Freunde des Schönbrunner Tiergartens gegründet. Auf Einladung des neuen Geschäftsführers und Direktors, Dr. Helmut Pechlaner, übernahm ich die Positionen eines zoologischen Kurators und eines stellvertretenden Direktors. So war mir die Möglichkeit gegeben, zur Neu- und Weiterentwicklung des Tiergartens beizutragen.

Der Verein Haus des Meeres hat dankenswerter Weise im Jahre 1992 dem Blauen Kreis im 6. Stock des Flakturmes im Esterhazypark einen Raum kostenlos zur Verfügung gestellt. Für die Blauen-Kreis-Mitarbeiter, besonders den damaligen Präsidenten Kurt Kolar, gab es damit ausreichend Gelegenheit, die handwerklichen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Damals gab es noch keinen Aufzug im Haus des Meeres. Es mussten jeder Sack Zement, Fliesen, Ziegel, Eternitwannen, Steine und Äste mühsam in den 6. Stock geschleppt werden.

Die Station war seit Beginn ihres Bestehens fast immer voll mit Pfleglingen. Aus den ursprünglich 16 Terrarien waren nach 10 Jahren 31 geworden, heute sind es 42, dazu kommen noch über 100 Vogelspinnenbehälter!

Die Station wurde vom Vereinsvorstand beim zehnjährigen Jubiläum “Prof. Dr. Kurt Kolar Pflegestation” benannt. Ende 2006 wurde der Prof. Dr. Kurt Kolar Pflegestation für beschlagnahmte und ausgesetzte Reptilien von der MA 60 – Veterinäramt der Stadt Wien – die Genehmigung als Tierheim gemäß den Bestimmungen des neuen Tierschutzgesetzes erteilt.

Der Blaue Kreis unterhält diese Station ausschließlich von Ihren Mitgliedsbeiträgen und Spenden!

 

Die Pfleglinge, ursprünglich hauptsächlich aufgrund von Beschlagnahmungen der Zollbehörden stammend, bzw. Tiere, die ausgesetzt worden waren, stammen heute u. a. aus Beschlagnahmungen seitens der Tierschutzbehörde wegen schlechter Tierhaltung , bzw. von verschwundenen, verstorbenen oder inhaftierten Besitzern.

Die Tiere in der Auffangstation haben allesamt tragische Schicksale:

Eine Vogelspinne – ursprünglich aus Sri Lanka – saß neben einem Schwimmbassin im 21. Wiener Gemeindebezirk; ein Tokeh, d.h. ein großer Gecko, hielt im 20. Bezirk mit seinem Geschrei einen Mann vom Benutzen seiner Toilette ab. Die Besitzer konnten in beiden Fällen nicht eruiert werden. Im Laufe der Jahre bekam die Station Hornvipern und Kobras, die auf einem Parkplatz illegal verkauft werden sollten, Chamäleons, die in Socken geschmuggelt wurden, delogierte Leguane und Piranhas, und Evelyn Kolar, unsere engagierte Pflegerin, hat auch schon einen Skorpion in einem vollen Staubsaugersack gesucht.

 

Einmal wurden zugleich acht Schlangen, sechs Leopardgeckos, vier Skorpione und 468 (!) Vogelspinnen vom Zoll beschlagnahmt: Bei einer Reptilienbörse kam ein ungarischer Teilnehmer mit den österreichischen Behörden in Konflikt. Die Schlangen, Geckos und 268 Vogelspinnen übernahm die Pflegestation des Blauen Kreises im Haus des Meeres, der Schönbrunner Tiergarten die Skorpione und 200 Vogelspinnen. Viele Stunden Arbeit hat es gekostet, die einzeln untergebrachten Tiere zu bestimmen und zu versorgen

 

Derzeit leben bei uns 19 Leguane, 18 Schlangen, einige Agamen und andere kleine Reptilien, und noch immer über 100 Vogelspinnen! Sie sind mittlerweile zu beachtlichen Exemplaren herangewachsen und wollen ständig versorgt werden.

Unseren allerersten Hai, dessen Transport wir nach einem Todesfall mühselig organisiert haben, hat dankenswerter Weise das Haus des Meeres übernommen, ebenso im Lauf der Jahre zwei riesige Fransenschildkröten, Boas, Leguane, Fische, etc.

 

Es ist unendlich schwierig, für die Tiere geeignete Plätze in Tiergärten oder wissenschaftlichen Haltungen zu finden.

Vielen Dank an das Team des Blauen Kreises für die 24 Std. rundum Betreuung der Schützlinge.

(Red.)

25 Jahre Blauer Kreis

Es wird viel für Tierschutz getan aber was ist mit den Exoten, Reptilien, Schlangen, Spinnen und Fröschen und einigen anderen? Das Team um Prof. Dr. Kurt Kolar Pflegestation für beschlagnahmte und ausgesetzte Reptilien kümmert sich mit großer Aufopferung darum.

Noch während Dr. Kurt Kolar die Mittelschule besuchte – 1949 – wurde Dr. Kurt Kolar auf die von Prof. Otto Koenig aufgebaute Biologische Station Wilhelminenberg aufmerksam.

Dr. Kurt Kolar nahm an einem Kurs für vergleichende Verhaltensforschung teil und war in der Folge bis 1954 ehrenamtlich im Institut tätig. Auf Anregung von Otto Koenig begann Dr. Kurt Kolar 1951 mit dem Studium von Zoologie und Psychologie an der Universität Wien.

Verhaltensgrundlagen bei Papageien war das Thema von Dr. Kurt Kolars Dissertation. Den Papageien bin ich treu geblieben, dieses Thema bearbeite Dr. Kurt Kolar als Buchautor bis zum heutigen Tag.

Weiters sind auch Bücher über Australien (nach einer mehrmonatigen Studienreise) und über die Problematik der Tierhaltung erschienen. Im Wilhelminenberger Institut war Dr. Kurt Kolar mit einer Unterbrechung bis 1970 tätig, die letzten zehn Jahre als Stellvertreter Otto Koenigs.

Diese Zeit war eine gute Schule, denn in der biologischen Station, aus der 1969 das Institut für vergleichende Verhaltensforschung der österreichischen Akademie der Wissenschaften hervorging, wurde vor allem auf Kameradschaft Wert gelegt. Dies hinderte allerdings nicht daran, dass die meisten Mitarbeiter das Institut nach Auseinandersetzungen mit dem Leiter verließen.

Dies war auch bei Dr. Kurt Kolar der Fall.

Dr. Kurt Kolar arbeitete nach meinem Abgang vorwiegend als zoologischer Schriftsteller. Dr. Kurt Kolar befasste sich aktiv mit Tierschutzfragen und übernahm 1984 die Leitung der Tierschutzaktion Blauer Kreis. Weiters wurde Dr. Kurt Kolar Vorsitzender der Zoologischen Gesellschaft Österreichs, Vizepräsident des Wiener Volksbildungswerkes und da selbst Vorsitzender der Fachgruppe Wissenschaften.

Als in den späten 80er-Jahren die Kritik an der Führung des Schönbrunner Tiergartens zunahm und sogar die Schließung dieses ältesten Zoos der Welt zur Diskussion stand, gründete Dr. Kurt Kolar im Rahmen der Tierschutzaktion eine Arbeitsgemeinschaft Zoo, für die Dr. Kurt Kolar mehrere anerkannte Fachleute gewinnen konnte. Somit konnten er entscheidend dazu beitragen, dass nach den nicht leicht zu knüpfenden Kontakten mit dem zuständigen Minister Dr. Wolfgang Schüssel durch ein im Nationalrat beschlossenes Gesetz der Schönbrunner Tiergarten Anfang 1992 in eine Ges.m.b.H. umgewandelt wurde. Dies war die Grundvoraussetzung für eine Verbesserung der Tierhaltung (Kleinaffenanlage, Großkatzenhaus, Elefantenhaus) und auch für eine bedeutende wirtschaftliche Sanierung.

Auf die Initiative von Dr. Kurt Kolar wurde der Verein der Freunde des Schönbrunner Tiergartens gegründet. Auf Einladung des neuen Geschäftsführers und Direktors, Dr. Helmut Pechlaner, übernahm ich die Positionen eines zoologischen Kurators und eines stellvertretenden Direktors. So war mir die Möglichkeit gegeben, zur Neu- und Weiterentwicklung des Tiergartens beizutragen.

Der Verein Haus des Meeres hat dankenswerter Weise im Jahre 1992 dem Blauen Kreis im 6. Stock des Flakturmes im Esterhazypark einen Raum kostenlos zur Verfügung gestellt. Für die Blauen-Kreis-Mitarbeiter, besonders den damaligen Präsidenten Kurt Kolar, gab es damit ausreichend Gelegenheit, die handwerklichen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Damals gab es noch keinen Aufzug im Haus des Meeres. Es mussten jeder Sack Zement, Fliesen, Ziegel, Eternitwannen, Steine und Äste mühsam in den 6. Stock geschleppt werden.

Die Station war seit Beginn ihres Bestehens fast immer voll mit Pfleglingen. Aus den ursprünglich 16 Terrarien waren nach 10 Jahren 31 geworden, heute sind es 42, dazu kommen noch über 100 Vogelspinnenbehälter!

Die Station wurde vom Vereinsvorstand beim zehnjährigen Jubiläum “Prof. Dr. Kurt Kolar Pflegestation” benannt. Ende 2006 wurde der Prof. Dr. Kurt Kolar Pflegestation für beschlagnahmte und ausgesetzte Reptilien von der MA 60 – Veterinäramt der Stadt Wien – die Genehmigung als Tierheim gemäß den Bestimmungen des neuen Tierschutzgesetzes erteilt.

Der Blaue Kreis unterhält diese Station ausschließlich von Ihren Mitgliedsbeiträgen und Spenden!

 

Die Pfleglinge, ursprünglich hauptsächlich aufgrund von Beschlagnahmungen der Zollbehörden stammend, bzw. Tiere, die ausgesetzt worden waren, stammen heute u. a. aus Beschlagnahmungen seitens der Tierschutzbehörde wegen schlechter Tierhaltung , bzw. von verschwundenen, verstorbenen oder inhaftierten Besitzern.

Die Tiere in der Auffangstation haben allesamt tragische Schicksale:

Eine Vogelspinne – ursprünglich aus Sri Lanka – saß neben einem Schwimmbassin im 21. Wiener Gemeindebezirk; ein Tokeh, d.h. ein großer Gecko, hielt im 20. Bezirk mit seinem Geschrei einen Mann vom Benutzen seiner Toilette ab. Die Besitzer konnten in beiden Fällen nicht eruiert werden. Im Laufe der Jahre bekam die Station Hornvipern und Kobras, die auf einem Parkplatz illegal verkauft werden sollten, Chamäleons, die in Socken geschmuggelt wurden, delogierte Leguane und Piranhas, und Evelyn Kolar, unsere engagierte Pflegerin, hat auch schon einen Skorpion in einem vollen Staubsaugersack gesucht.

 

Einmal wurden zugleich acht Schlangen, sechs Leopardgeckos, vier Skorpione und 468 (!) Vogelspinnen vom Zoll beschlagnahmt: Bei einer Reptilienbörse kam ein ungarischer Teilnehmer mit den österreichischen Behörden in Konflikt. Die Schlangen, Geckos und 268 Vogelspinnen übernahm die Pflegestation des Blauen Kreises im Haus des Meeres, der Schönbrunner Tiergarten die Skorpione und 200 Vogelspinnen. Viele Stunden Arbeit hat es gekostet, die einzeln untergebrachten Tiere zu bestimmen und zu versorgen

 

Derzeit leben bei uns 19 Leguane, 18 Schlangen, einige Agamen und andere kleine Reptilien, und noch immer über 100 Vogelspinnen! Sie sind mittlerweile zu beachtlichen Exemplaren herangewachsen und wollen ständig versorgt werden.

Unseren allerersten Hai, dessen Transport wir nach einem Todesfall mühselig organisiert haben, hat dankenswerter Weise das Haus des Meeres übernommen, ebenso im Lauf der Jahre zwei riesige Fransenschildkröten, Boas, Leguane, Fische, etc.

 

Es ist unendlich schwierig, für die Tiere geeignete Plätze in Tiergärten oder wissenschaftlichen Haltungen zu finden.

Vielen Dank an das Team des Blauen Kreises für die 24 Std. rundum Betreuung der Schützlinge.

(Red.)

Umstrittenes Tierschutzgesetz: Wiener “Pfotenretterin” über die “Katastrophe”

Claudia Gutjahr aus Wien ist in Tierschützer-Kreisen keine Unbekannte: Die junge Frau ist eine der Gründerinnen der “Pfotenretter”, eines privaten Wiener Tierschutzvereins. VIENNA.at hat die Tierschützerin zum Gespräch über die problematische Gesetzesnovelle, neue Arten des Inserierens, mögliche Gegenstrategien und den steinigen Weg der Betroffenen zurück in die Legalität getroffen.

Seit zehn Jahren ist Claudia Gutjahr im Tierschutz tätig und als Pflegestelle für Katzen im Einsatz. Die Wienerin ist eines von drei Gründungsmitgliedern der “Pfotenretter”, die bislang auf Facebook sehr aktiv waren und regelmäßig Katzen und Hunde vorstellten, die aus verschiedensten Gründen bei dem Verein landeten und ein neues “Für-immer-Zuhause” suchten. Auch auf der Online-Plattform Willhaben.at hat der Verein zahlreiche Tiere zur Vermittlung inseriert. Das neue Tierschutzgesetz stellt Vereine wie die Pfotenretter jedoch vor so manche Hürde.

Claudia Gutjahr: Mit Herzblut für Tiere in Not aktiv

In ihrem geräumigen Haus in Liesing hat Gutjahr rund 200 Quadratmeter zur Verfügung, die zur Gänze ihren Schützlingen offen stehen. Zu vier bis fünf eigenen Katzen kommen bei Gutjahr derzeit sieben zur Vermittlung stehende Tiere – vom allerliebsten kleinen Russisch Blau-Kitten bis hin zur humpelnden Katze “Humpeldumpel” mit einer Lähmung am Bein.

Was Gutjahr macht, dem widmet sie sich mit voller Leidenschaft. Als Betreiberin der “Websingles”-Plattform ist die Wiener Tierschützerin nicht nur auf das Vermitteln und Zusammenführen einsamer menschlicher Herzen spezialisiert – ihr ganzes Herzblut fließt in den Einsatz für Tiere in Not. Daran hat auch die neueste Gesetzesnovelle nichts geändert, die für Tierschützer in Österreich seit 1. Mai 2017 eine riesige Herausforderung darstellt: das neue Tierschutzgesetz.

>>Hier geht es zum Gesetzestext im Wortlaut

Novelle zum Tierschutzgesetz: Guter Grundgedanke, viele Schattenseiten

Was eigentlich aus dem unterstützenswerten Gedanken heraus entstand, dem überhand nehmenden illegalen Welpenhandel Einhalt zu gebieten, führte nämlich zu einer Gesetzesnovelle, die nun generell jegliche öffentliche Vermittlung und das Feilbieten von Tieren durch Privatpersonen verbietet. Und damit finden sich private Tierschutzorganisationen schlagartig in der Situation wieder, dass ihre oft jahrzehntelang erfolgreich und zum Großteil ehrenamtlich betriebene Tätigkeit plötzlich illegal ist.

“Als ich von dem neuen Gesetz gehört habe, war meine erste Reaktion: Oh Gott, Katastrophe! Wie soll das weitergehen, wenn die ganzen Privaten nicht mehr schalten dürfen. Und jetzt bekommen wir jeden Tag diverse Mails und Anrufe von verzweifelten Leuten, die nicht mehr inserieren dürfen und nicht wissen, wie sie Fundtiere oder gerettete Tiere vermitteln sollen. Wenn sie sich an die Tierheime wenden, heißt es dann: ‘Tut uns leid, kein Platz.’ Die haben auch nicht die Ressourcen, das abzufangen” erzählt Gutjahr stirnrunzelnd.

gutjahr1

“Tierschützer an ihrer Arbeit zu hindern – das ist eine Katastrophe”

Für eine erfolgreiche Vermittlung waren bislang eben nicht nur große Tierheime, sondern auch Vereine wie die Pfotenretter Anlaufstelle. Die Tierheime sind mit den vielen Tieren, die bis zum Inkrafttreten der Gesetzesnovelle von privaten Tierschützern versorgt wurden, überfordert – und wer diese weiterhin entlasten und sich um die Vierbeiner kümmern möchte, wird nun gesetzlich daran gehindert. “Dabei verpulvern die Vereine ihr eigenes Geld für ihre Arbeit und bereichern sich da nicht in irgendeiner Weise. Ich kenn das ja von mir selber, ich mach nichts anderes mehr als mich um die Tiere zu kümmern. Ich arbeite für Websingles von zuhause aus und hab ja kein Leben mehr. Wenn ich rausgehe, geh ich zum Tierarzt. Und diese Leute an dem zu hindern, was sie mit Herzblut und aus eigener Tasche machen, das ist eine Katastrophe.”

Die Reaktion der Vereine auf die neue Situation war, gemeinsame Sache zu machen. Hundert Vereine haben sich hier der Tierschützerin zufolge zusammengeschlossen und etwa Facebook-Gruppen gegründet, um gegen das neue Tierschutzgesetz, das sie derart in ihrer Arbeit hindert, tätig zu werden. Es werden Beschwerdemails an die zuständigen Politiker geschrieben, eine Online-Petition kann unterschrieben werden, kürzlich gab es eine Demonstration gegen die Gesetzesnovelle, die den Tierschutzvereinen die Tätigkeit erschwert.

Kittenflut: Ein leidiges Problem verschärft sich noch

Das neue Tierschutzgesetz fordert dieser Tage so manches Opfer, wie auch der Wiener Tierschutzverein (WTV) regelmäßig berichtet. Am Mittwoch landeten auf einen Schlag elf kleine Kätzchen und ein Muttertier beim WTV, die einfach auf einem Parkplatz ausgesetzt und dort bei glosender Sommerhitze stundenlang stehen gelassen wurden. Allein im Juli wurden 14 Katzen, darunter zehn Kitten, ausgesetzt und landeten ebenfalls beim WTV.

Ein Problem, das auch Gutjahr sehr bewusst ist – denn die warme Jahreszeit ist Jahr für Jahr Kittenflut-Zeit, nachdem beispielsweise zahlreiche Bauern ihre Katzen nicht wie gesetzlich vorgeschrieben kastrieren lassen. Aus dem Burgenland, Tirol und der Steiermark kommen derzeit unzählige kleine Kätzchen zu Tierschutzvereinen wie den Pfotenrettern. Gutjahrs Pfotenretter-Kollegen Richie und Sonja haben vor wenigen Tagen sieben Kitten aus dem Burgenland übernommen, die das dortige Tierheim nicht aufnehmen konnte.

Auch zum Thema Auslandstierschutz bezieht die Pfotenretterin nebenbei klar Stellung: “Dieser ganze Tierrassismus geht mir schrecklich auf die Nerven. Die Leute helfen halt dort, wo sie können und wo es grad total arme Tiere gibt.”

Zur Passivität verdammt: Inserieren nur eingeschränkt möglich

Was nun gesetzeswidrig ist, und die Pfotenretter besonders hart trifft, ist das Feilbieten von Tieren im Internet. Gutjahr hat über die Jahre eine ausgefeilte Strategie entwickelt, was das Gestalten von Inseraten betrifft. Sie erstellte bislang vorzugsweise umfassende Alben zu jedem zur Vermittlung stehenden Tier mit langen Beschreibungstexten in der Facebook-Gruppe der Pfotenretter. “Das ist für mich gleichzeitig ein Intelligenztest, da sieht man gleich, ob die Leute sinnerfassend lesen können und sich auch der Verantwortung für ein Tier bewusst sind.”

Aus Erfahrung weiß sie, dass die Tiere umso mehr Anfragen bekommen, je mehr man über sie erfährt und je mehr Bilder von ihnen eingestellt werden. Wobei die Vereine inzwischen durch die Gesetzesänderung gefordert sind, beim Inserieren ihrer Schützlinge anders vorzugehen, um nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen. “Man ist gewissermaßen zur Passivität verdammt, darf nur noch Bilder der Tiere inserieren, ohne zum Adoptieren aufzurufen und ist darauf angewiesen, dass die Leute sich aktiv bei einem melden”, so Gutjahr. “Wichtig ist, dass man nicht aktiv feilbieten darf, wenn man keine offizielle Berechtigung vom Magistrat dafür hat.”

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Nicht ohne offizielle Genehmigung: Der steinige Weg zurück in die Legalität

Ebendiese haben sich die Pfotenretter nun organisiert, um weiterhin ihrer Tätigkeit nachgehen zu können. Denn die Stadt Wien verschickte jüngst an private Wiener Tierschutzvereine Strafverfügungen in Höhe von 600 Euro, die diese entrichten müssten, falls sie weiterhin Tiere wie gewohnt über ihre eigene und andere Websites vermitteln würden. Die einzige Möglichkeit, mit seiner Vermittlungsarbeit fortzufahren, besteht darin, sich innerhalb der Übergangsfrist bis 1. Juli 2018 um die notwendige Genehmigung bei der Magistratsabteilung 60 – Veterinärdienste und Tierschutz (MA 60) zu bemühen.

Um diese Berechtigung zu erhalten, kommt es auch zu einer Begehung der Räumlichkeiten der Tierschützer, um zu sehen, ob alles Notwendige für ihre Tätigkeit gegeben ist. Zu den nunmehr notwendigen Auflagen gehören neben entsprechend großen, sauberen Wohnräumen unter anderem ein Quarantäneraum mit hygienisch abwaschbaren Wänden, ein Vertrag mit einem Vereinstierarzt, der neu eintreffende Tiere umgehend durchcheckt, man muss dokumentieren, welche Tiere übernommen und abgegeben werden, und vieles mehr. “Was interessant ist: Wenn man ein Tier an eine Pflegestelle gibt, gelten dort diese strengen Kriterien nicht, da gelten nur ‘normale’ Regeln, wie man ein Tier halbwegs gut zu halten hat,” so Gutjahr.

Um weiterhin ihre Tiere auf Willhaben zu inserieren, brauchten die Pfotenretter im nächsten Schritt eine schriftlich vorliegende Bestätigung für die Bewilligung, dass sie ihrer Tätigkeit nunmehr legal nachgehen dürften. Diese erhielten sie jedoch nicht ohne Weiteres. Zwei Wochen intensiven Urgierens bzw. Hinterherschreibens und Hinterhertelefonierens seitens der Pfotenretter beim Magistrat waren vonnöten, bis so etwas wie eine Genehmigung vorlag. “Jetzt dürfen wir offiziell wieder inserieren, Gottseidank”, berichtet die Tierschützerin merklich erleichtert. Doch diesen langen bürokratischen Weg zu gehen, bis man sich mit seiner Tätigkeit wieder auf dem Pfad der Legalität befindet, ist wohl nicht jedem kleinen Verein so einfach möglich – wodurch unzweifelhaft so mancher mit seiner Tätigkeit vor dem Aus stehen wird.

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Quo vadis, neues Tierschutzgesetz?

Und wie soll es nun weitergehen mit dem neuen Tierschutzgesetz, das Tierschutzvereinen solche Probleme bereitet? Gutjahr ist optimistisch: “Da ist einiges im Rollen, um das aufzuweichen, weil so wird es auf Dauer nicht funktionieren. Wir kriegen ja alle keine Unterstützung. Wenn wir jetzt alle anfangen, unsere Pflegetiere den Tierheimen vor die Tür zu stellen, damit die Stadt Wien dafür aufkommen darf – na dann viel Glück. Das kann sich alles nicht ausgehen. Die Grundidee des neuen Tierschutzgesetzes war eh nett, aber nicht durchdacht. Das funktioniert in der Praxis nicht.”

Das einzig Gute an der Sache sei, dass sich die Betroffenen nun solidarisieren und gemeinsam gegen die Gesetzesnovelle mobil machen würden. Gutjahr will mit ihren Pfotenrettern jedenfalls weitermachen wie bisher und auch andere Betroffene dazu ermutigen. Man merkt der Wiener Tierschützerin in jedem Wort die Hoffnung und positive Energie an, die sie in ihrer Arbeit für den Tierschutz nach wie vor antreibt – ganz egal, welche Hürden auf sie und andere Betroffene noch zukommen mögen.

Der Bericht – Es ist nicht zu fassen – der nächste Skandal in der bäuerlichen Tierhaltung, und was für einer!!!!

Der Bericht – Es ist nicht zu fassen – der

nächste Skandal in der bäuerlichen

Tierhaltung, und was für einer!!!!

Es ist nicht zu fassen – der nächste Skandal in der bäuerlichen Tierhaltung, und was für einer!!!!


Am Wochenende bekamen wir einen aufgeregten Anruf – in einer kleinen Ortschaft im oberösterreichischen Innviertel würde es einen Hof geben, wo die Besitzer angeblich eigene schwere soziale Problemen wälzen, und dennoch viele Tiere um sich versammelt hätten. Tiere, denen allesamt das Mindestmaß an einem gesunden, artgerechten Umfeld vorenthalten wird…

Oft handelt es sich bei solchen Anrufen lediglich um Nachbarschaftszwistigkeiten; nichtsdestotrotz muss man den Vorwürfen immer auf den Grund gehen, denn wenn in den Erzählungen doch ein Kern Wahrheit steckt, wer hilft dann den an der jeweiligen Situation völlig unschuldigen Mitgeschöpfen?

Meist erkennt man eine klägliche Tierhaltung schon von außen – wenn sich der gesamte Hof in schlechtem baulichen Zustand präsentiert, Schutt und Müll eine Einheit mit zerbröckelndem Mauerwerk bilden und sich der Tiermist im Hof aufstapelt, dann ist ein genaueres Betrachten das Gebot der Stunde!

 

Dieser erste Eindruck traf dann auch auf ‚unser‘ Objekt zu; eine Misere, daran konnte auch das Baugerüst rund um das Haupthaus nichts ändern, welches aber wenigstens davon kundete, dass die Besitzer noch nicht in das ‚Alles egal‘-Befinden abgerutscht sind, sie vielleicht doch noch die Kraft haben könnten, den Umständen zu trotzen und Veränderungen herbeizuführen wünschen.

Machen wir es kurz: an jenem ‚Tatort‘ wird diese Hoffnung leider aber auch bloß Hoffnung bleiben, denn was wir dann vorfanden, es spottet jeder Beschreibung! Beginnen wir mit den kleinen Lichtblicken – außerhalb des Hofes, getrennt von den Gebäuden durch eine Straße, gibt es einen eingezäunten Bereich, wo sich Hühner, Gänse und Enten tummeln; einige Bäume spenden dort Schatten, es gibt Gräser und, zu unserem Eintreffen leider recht brackiges, Wasser. Eine Gans dürfte an einem gebrochenen Flügel gelitten haben, jedenfalls steht dieser in sonderbarem Winkel vom Körper ab; wie das passierte, darüber gibt es widersprüchliche Aussagen von Seiten der Tierhalter. Jedenfalls gehört die Verletzte in medizinische Obhut, so viel steht fest! Aber ansonsten scheint es den Vögeln halbwegs gut zu gehen. Einzig, wir haben gehört, sie würden  – zumindest einige davon –  immer wieder durch die Maschen schlüpfen und dann wegen der direkt angrenzenden Straße in gefährliche Situationen geraten; das kann natürlich sein, muss wohl nun genauer untersucht werden, im Moment können wir ein solches Szenario nicht bestätigen.

 

 

 
 
 

Am Hof selbst gibt es einige Esel und Ponys, deren Zustand als ganz ok einzustufen ist; sie haben einen ständigen Zugang unter ein schützendes Dach, wo ausreichend Heu und Stroh geboten wird, sowie – zumindest bei unseren Besuchen – entgegen den anderen HofbewohnerInnen sauberes Wasser zur Verfügung. Der Außenbereich des ‚Geheges‘ lässt dann aber schon zu wünschen übrig, die verwahrloste Beschaffenheit mochte dieser Tage vielleicht auch teilweise den vergangenen Regenfällen geschuldet sein. Weiters gibt es einen männlichen Esel, der abseits von Artgenossinnen gehalten wird, gnz alleine  – er soll immer wieder Raufhandlungen provozieren, würde die anderen Tiere verletzten oder sogar töten (hören wir); wie dem auch sei, Einzelhaltung ist bestimmt keine Lösung!

Was leider nicht sofort offensichtlich ist, wir aber beim genaueren Betrachten später feststellen – die Hufe der meisten Esel und Pferde sind verwachsen, viel zu lang, bei einigen in solchem Ausmaß, dass diese Schwierigkeiten haben sich normal fortzubewegen!

 

 

 

Zusammen mit den Equiden leben jede Menge kleinerer Schafe einer bestimmten Rasse – wir erfahren später, es soll davon nur mehr wenige hundert Individuen geben – deren Körperhaar viel zu lang und völlig verfilzt ist. Die Tierhalterin wird uns später erklären, sie würde das Geld nicht aufbringen, um ein geeignetes Schurgerät zu kaufen, mit professionellen Schafscherern hätte sie schlechte Erfahrungen gemacht. Besonders eines der Tiere fällt sofort ins Auge, dessen Fell in Fetzen am Körper hängt, zur Hälfte ist es warum auch immer kahl…

Es finden sich zwei Pfaue, eingesperrt in einen finsteren Verschlag – sie, so ein Informant aus der Nachbarschaft, dürfen nie ins Freie.

 

An der Fassade steht an winziger Käfig, zwei Kaninchen sind darin auf engstem Raum eingesperrt, vegetieren in den eigenen Ausscheidungen.

 

 

   

Daneben, entlang des desolaten Stallgebäudes, gibt es mehrere Gitterkäfige. Darin leben Entenkinder, auf Holzboden, eingestreut mit einigen Halmen Stroh; warum das so ist, erklärt der Landwirt damit, dass sie in ‚freier Natur‘ – also unter den erwachsenen Hühnern und Enten im Freigehege – nicht überleben könnten. Eine Antwort nach dem ‚Wieso‘ bleibt er uns schuldig, ein Grund wären aber auch die Nachbarskatzen. Allerdings, die Kinderschar hinterlässt einen gar schmerzlichen Eindruck, die meisten Köpfe federlos, manche mit kahlen Stellen am ganzen Körper.
Vogelstimmen aus dem Inneren des Gebäudes; im Wissen, es muss hier auch Wachteln geben – die Familie erwirtschaftet angeblich einen Großteil des Einkommens durch den Verkauf von Hühner- und Wachteleier auf Bauernmärkten – stellen wir uns naiv; was wären denn das für Vögel, die hier so laut sind? Wachteln, meint der Landwirt selbstbewusst, ‚wir verkaufen deren Eier, für 25 Cent das Stück‘. Ob wir die anschauen dürften, wir hätten doch noch nie Wachteln in Natur gesehen?!

Nicht einmal zögerlich, und das ist das Verwunderliche, bringt er uns in einen Raum – die Tür mit großer ‚Betreten verboten!‘-Schrift bemalt, wo zwei ca. 1 Meter x 1 Meter-Käfige stehen. In jedem davon leben, so erzählt der Tierhalter, 100 Wachteln… also 100 Tiere auf 1 qm!!!!! Die Käfige verfügen bis auf den Futterautomat und dem Wasserbehälter über keinerlei Ausstattung. Die Vögel sitzen und stehen 24 Stunden am Tag auf dem Gitter, wie in der Legebatterie – und genau so eine ist das hier!!! Un- Un- Unfassbar!!! Wir dachten, seit mehr als 10 Jahren gibt es keine derartigen Einrichtungen mehr in Österreich, und dabei haben wir wohl alle stets nur an die Hühner gedacht! In diesem Bestreben sind die kleinen Vögel völlig untergegangen, später stellt sich gar heraus, auch das Tierschutzgesetz selbst hat auf sie vergessen!!!! Welches Elend, welcher Wahnsinn! Insgesamt gibt es hier um die 400 der Tiere, 200 weitere im Nebenraum, aus dem furchtbarer Gestank entströmt – hinein dürfen wir nicht, ‚das wäre dasselbe wie hier, nur mit weniger Vögel‘, meint der Bauer…

Eingangs erwähnt, der Landwirt lässt keinen Moment aufkommen, wo man ein wenn auch kleinstes Schuldbefinden aus seiner Mimik ablesen kann, fasst die entsetzliche Lage für die kleinen Vögel ganz offensichtlich als ‚normal‘ auf! Wie kann das sein, wie kann ‚Mensch‘ ein derartiges Elend jeden Tag auf ein Neues bezeugen und nicht reagieren? Weiteres: wie kann man jemanden von der Schlechtigkeit des Tuns überzeugen, jemand, der/die offensichtlich über überhaupt kein Unrechtsempfinden zur begangenen Handlung verfügt?

Stellen Sie sich vor, 100 Vögel auf engstem Raum, allesamt auf Gitter stehend, noch dazu auf abfälligem, sodass die Eier aus dem Gefängnis heraus in eine extra Rinne rollen… uns fehlen ganz einfach die Worte! Wie kann ‚Mensch‘ ein solches Elend hervorrufen und dann wenige Meter nebenbei in den eigenen vier Wänden zufrieden zu Bett gehen?

Es ist ein echter Skandal, dass das Tierschutzgesetz so wenig zur Wachtelhaltung hergibt. Wir werden diesen unmöglichen Zustand zu ändern wissen. Die Wachtelhaltung, nehmen Sie uns beim Wort, muss dezidiert in die Gesetzesbücher aufgenommen werden, Zustände wie diese, sie müssen schwarz auf weiß ohne jede Hintertür SOFORT verboten werden!!!

Dabei ist der komplette Wahnsinn mit den Wachteln auf jenem Hof noch immer nicht ausgereizt… wie wir wissen, soll es auch kleine Schweine irgendwo eingepfercht geben! Wir fragen deshalb vorsichtig – und siehe da, der Bauer meint: ‚Ja, die haben wir dort hinten. Allerdings, deren Platz schaut zur Zeit sehr schlimm aus, also, so schlimm wie jetzt war es noch nie, aber das ist halt so weil es in letzter Zeit auch viel geregnet hat!‘ Dann sehen wir die Tiere – das für sie vorgesehene Gehege wäre ja gar nicht einmal so schlecht geeignet, mit einem schattenspenden Baum in der Mitte, aaaaber: der gesamte wenige Quadratmeter große Platz präsentiert sich als einzige Schlammwüste, es gibt keinen trockenen Fleck. Beinahe lächerlich wirkt das viel zu kleine Holzhüttchen – wo dann höchstens 2 der Tiere gleichzeitig Unterkunft finden würden, es sind aber fünf Individuen –  ist es doch umgeben von purem Morast; so bietet es keinen Zentimeter trockenen Boden, bloß Schutz (und diesen wie gesagt für höchstens 2 Tiere) vor dem vom Himmel kommenden Wasser. Die armen Schweine ertrinken beinahe im Schlamm, sie stehen bis zum Bauch und tiefer in der Pfütze. Später erfahren wir, einige Tierkinder wären in den letzten Tagen verstorben – wäre es ein Wunder? Jedermann/frau weiß doch, besonders die Säuglinge sind sehr anfällig auf Nässe, zudem war es ja auch ziemlich kalt für ein paar Tage – die Überlebenschance in dem Morast war für sie, so die Geschichte stimmt, gleich Null!!!! Stellen Sie sich vor, die Landwirtschaft verfügt über viele Hektar Wiesen und Wälder; auf all diesen vielen Hektar wird den armen Schweinen ein Gehege zugestanden, welches kaum ein paar Quadratmeter misst, wo es keinen trockenen Platz gibt, wo sich kein Fleckchen findet, wo die Tiere nicht in den eigenen Fäkalien liegen müssen…
Jetzt kommt der schwerste Teil der Aufgabe – wir müssen mit den weiteren Schritten noch ein bisschen zuwarten, soll es doch noch mehr Tiere geben, die wir aber im Moment nicht entdecken können! Wo die versteckt sind, das muss mittels einer weiteren Recherche festgestellt werden, vorher wollen wir nicht anzeigen – denn die Behörden hätten dann nur Zugang zu den von uns schon besichtigten Räumlichkeiten, und gibt es tatsächlich weitere, versteckte Opfer, würden deren Geschichte vielleicht beim vorzeigten Aufzeigen unerzählt bleiben, deren entsetzliche Situation prolongiert. Das darf nicht sein, hier muss alles an die Öffentlichkeit, nur so kann der fürchterliche Verrat an den Tieren vollständig ausgemerzt werden!!!

Schließlich führt die angesprochene Recherche zu den erhofften – oder besser befürchteten – Ergebnissen! Nun ist klar, es gibt noch einen zweiten Raum mit Wachteln, und auch ein einzelnes Schwein im Inneren eines Lagerraumes fristet ein gar trauriges Leben.

Und so finden wir uns wieder an jenem brütend heißen Vormittag, mit uns haben wir Gemüse und Brot für die Tiere gebracht. Eine erhoffte Chance, halbwegs alleine die gesuchten Räume erkunden zu können, ergibt sich urplötzlich – und wir handeln blitzschnell, zögern keinen Moment! Tatsächlich ist auch der angesprochene zweite Raum mit Wachtelkäfigen ausgestattet, es sind ihrer drei. Auch hier dieselben unverantwortlichen Bedingungen, herzzerreißend. Einigen der Tieren geht es offensichtlich ganz schlecht, somit steht fest: es ist Gefahr im Verzug, wir werden so schnell als möglich die Behörde herbei rufen.

Die letzten Tage haben wir damit verbracht, Erkundungen zur Wachtelhaltung einzuholen; es ist einfach unfassbar, es gibt zwar gut gemeinte Empfehlungen, aber echte Regeln, die sind Fehlanzeige! Nicht einmal diese entsetzliche mittelalterliche Gitterhaltung ist dezidiert verboten, es fehlen uns einfach die Worte!

Aber, und das muss unsere nächste große Aufgabe sein: wir werden entsprechende Grundlagen in den Gesetzbüchern verankern, und wenn es das letzte ist, was wir tun!

Wir sind jetzt im Wirrwarr der alten Gemäuer, wo man ständig auf die Decke blickt, von Vorahnungen gepackt, diese wird bald herunterstürzen; tatsächlich zeigen sich jene Stallbereiche in beängstigendem Zustand, mit der Wut auf die Bauernleute wächst nun auch ein bisschen das Mitleid – was uns immer wieder selbst ärgert, dennoch kann man kann seine Gefühle, besonders in derartigen Ausnahmesituationen, nicht gänzlich verleugnen… Ja, es ist eine wahre Tiertragödie, welche wir hier bezeugen, und es gibt keine Ausrede – für niemanden – Mitgeschöpfe in derart fürchterliche Bedingungen zu zwängen, aber wie auch immer bleibt ein flaues Gefühl im Magen; eine Anteilnahme für Menschen, in deren Schuhen wir wohl keinen Meter wandern möchten. Sie sind selbst vom Leben gestraft, vielleicht deshalb empfinden sie die Situation der Tiere als nicht bemitleidenswerter, offensichtlich sogar als ‚normal‘. Soziale Tiefen tun sich auf, durch welche wir niemanden wünschen waten zu müssen.

Wenn aber Tiere die Leidtragenden solcher Konstellationen sind, dann müssen all diese Regungen außer Acht gelassen werden; dann gilt es nur mehr, für sie, die sonst niemanden haben, einzuschreiten, ohne nennenswerte Rücksicht auf menschliche Befinden…

Nachdem wir auch noch das arme alleine gehaltene Schwein in der Lagerhalle finden – ein Anblick, der das Herz zerbricht – und uns der Problematik rund um die Equidenhufe nun so wirklich bewusst werden, ziehen wir uns vom Hof zurück.

Fotos: Trostlosigkeit pur – das Gemüse haben wir gebracht… An einer nahen Lichtung beraten wir kurz – dann erfolgt der Anruf an die Behörden, mit dem dringenden Appell, es sei rasches Handeln angesagt, die berühmte Gefahr wäre im Verzug. Nun gilt es abzuwarten, rasche Hilfe wurde uns jedenfalls zugesagt. Um keine unnötige Eskalation zu provozieren, platzieren wir uns etwas abseits, den Hof immer im Blickfeld.

Plötzlich, ohne von uns gerufen worden zu sein – auch die Behörde wird sich später ob des raschen Erscheinens der Exekutive verwundert zeigen – fährt die Polizei vor, direkt auf den Hof. Nun sind wir in jener Position, die rasches Handeln verlangt; die Herausforderung ist eine gegebene, und trotz des Wissens, der Bauer würde nun furchtbar wütend sein, ‚entern‘ auch wir den Hof. Wie erwartet stürmt der Landwirt dann auch sofort auf uns zu, verbietet uns, das Gelände zu betreten. Selbstredend hat er verstanden, wir zeichnen verantwortlich für den Lauf der Dinge. Sein forsches Vorgehen wird allerdings ein bisschen gebremst durch die Uniformierten vor Ort; die Polizisten möchten nun unsere Daten aufnehmen, zeigen sich aber von der Szenerie doch ergriffen. Ja, sie fordern Einlass in alle Räume von welchen wir erzählen, machen eine Bestandaufnahme, fotografieren das Gesehene, den Ist-Stand (was sich später als wichtig heraustellen wird, einfach weil die Behörde dann erst nach Stunden am Hof erschien und die Bauernleute die Zeit nutzten, um in der Zwischenzeit emsig am Verbessern der Situation zu arbeiten…).

Wir kontern das Schimpfen des Grundbesitzers inzwischen mit ruhigen Worten, er müsse doch einsehen, dass man Tiere nicht in so einer Misere leben lassen darf. Warum nicht, meint er fast trotzig, das wären doch Schweine. Ja, aber die darf man nicht so halten, es gäbe gesetzliche Bestimmungen, an welche sich jedermann halten muss. Egal, er würde sie sowieso nicht mehr lange haben, hören wir jetzt. Ok, unser Konter, wir könnten Plätze für die Armen anbieten. Die Antwort ist eine altbekannte: ‚mit solchen Leuten wie Euch‘ mache ich keine Geschäfte. Die Sache mit den Schweinen würde sich ohnehin schnell lösen, er würde sie nämlich alle ‚abstechen‘…. Wird er nicht, so viel steht fest. Derartige Reaktionen zeigen nur die Hilflosigkeit in den Handlungen.

Dann allerdings müssen wir den Ort verlassen, und auch die Polizei zieht sich zurück; es ist jetzt ca. halb 1 Uhr nachmittags, um 13.30 würden sie wiederkommen, im Schlepptau mit dem Amtstierarzt.

Ok, jetzt ist erneutes Warten angesagt, von den Bauernleuten natürlich genützt, um hektisch Stroh und Heu auszufahren, die Stallungen zu misten, allfälliges Beweismaterial zu entfernen. Frisches Wasser wird gebracht, sehen wir später, sowie die Futternäpfe aufgefüllt.

Inzwischen ist die Nachbarschaft aufmerksam geworden, und wir beantworten deren Fragen breitwillig. Allerdings, es ist erschreckend, nicht nur einmal bekommen wir zu hören, wie gesund doch die Eier vom angeklagten Hof wären. Aber gerade die Wachteln, die wären nicht gesund, wie schrecklich die doch leben müssten, antworten wir; wäre das kein Argument, um über den Konsum nachzudenken? Nein, das geht nur die Bauernleute etwas an, solange die Ware gut wäre, könnten wohl auch die Haltungsbedingungen nicht so schlecht sein, ist die doch etwas ignorante Grundeinstellung…

Es ist halb 2, schließlich 2. Es wird halb 3, und noch immer ist weder die Polizei noch die Behörde vor Ort. Und ohne Unterbrechung arbeiten die Landwirte an einer Verbesserung ihrer Situation, was schon etwas ärgerlich ist. Warum erhalten die derart viel Zeit, um Missstände für die Kontrolle auszumerzen? Die Arbeit, die sie jetzt so hektisch verrichten, die sollte eigentlich ihre tägliche sein, nicht eine für den Moment! Ohne Frage tun sie es nun ja auch nicht für die Tiere, sondern nur darum, um bei der Behörde einen besseren Eindruck zu hinterlassen… Wir trösten uns aber mit den Gedanken, zu Gute kommt das Handeln dennoch den Armen, so erhalten sie zumindest für diesen Tag frisches Einstreu und Essen…

Gerade als wir nochmals telefonisch nachsetzen möchten, fahren aber endlich doch noch sowohl die vertretende Amtstierärztin, im Schlepptau ein Jurist der BH Braunau, sowie die Polizei vor; die amtshandelnden Beamten sind sehr freundlich zu uns, geben unverkennbar zu verstehen, wie notwendig unser Einsatz war, aber die Hof- und Grundbesitzer urgieren schließlich wieder, verlangen unseren sofortigen Abzug.

So gilt es erneut zu warten; die BehördenvertreterInnen versprechen, nach dem Einsatz zu einem Gespräch zu kommen; was uns sehr zuversichtlich stimmt, ist die Tatsache, dass der Zeitraum zu diesem Zusammentreffen sich in weiteren gut 2 Stunden niederschlägt, erst dann verlassen die Befugten die Landwirtschaft. Was bedeutet, es gab dort eine ganze Menge zu dokumentieren, zu bereden – ein Umstand, der ganz sicher den Tieren zugutekommen wird!!!

Es ist nun bereits halb 5 Uhr nachmittags, und mit großer Anspannung hören wir schließlich wie sich die Angelegenheit weiter entwickeln wird. Auf jeden Fall wurden die groben Missstände erkannt und bekundet, die Kaschierungsversuche haben offenbar nichts genützt. Unfassbar ist aber, dass die Wachtelhaltung dem Anschein nach zumindest im Augenblick nicht unterbunden werden wird, von der berüchtigten Gesetzeslücke wird gesprochen, aber diesen Umstand, den werden WIR ändern, mit aller Macht. Jedenfalls, so traurig es ist, viele der Wachteln werden in den nächsten Tagen getötet, sie sind nach tierärztlicher Ansicht in derart schlechtem Zustand, dass jede andere Handlung eine Tierquälerei darstellen würde; ein Hufschmied muss schon morgen kommen, ebenso ein Schafscherer, die Schweine müssen noch heute in anderen Stallungen untergebracht werden, zudem wird es in den nächsten Tagen mehrere Kontrollen geben, und die werden sich auch über die folgenden Monate fortsetzen. Wie es aussieht, wird der Bauer vielleicht sogar die Tierhaltung aufgeben, auf jeden Fall müssen viele der Armen abgegeben werden – wo sich dann die wunderbare Pfotenhilfe (www.pfotenhilfe.at) sofort angeboten hat, diese aufzunehmen….

Nach geschlagenen 9 Stunden beenden wir den Einsatz, von der unfassbaren Tageshitze und der Problematik gezeichnet; Schlaf werden wir heute wohl wenig finden, trotz der Müdigkeit, die dann vielmehr eine des Geistes denn des Körpers ist…. Unfassbares Detail am Rande: im Netz finden sich Artikel zu besagtem Bauernhof; unter anderem berichtete iko, die Seite der Landwirtschaftskammer Salzburg, unter der Headline ‚Ein Ei ist nicht wie jedes andere‘ in positivster Weise über die TierhalterInnen. ‚Das xxx-Ei wird unter ursprünglichen Bedingungen und Kriterien produziert, die bereits im Hühnerstall beginnen und es zu etwas Besonderem machen‘, lesen wir da. Weiters: ‚Die Konsumenten setzen immer mehr eine umweltgerechte Halteform und gute Futterqualität voraus, ferner die Produktion ‚um die Ecke‘, welche kurze Transporte und optimale Frische garantiert.‘ ‚Die Fam. xxx hat sich für eine kleine Landwirtschaft mit einem kleinen Tierbestand von Schafen, Eseln, Mini-Schweinen und im Besonderen für die Vermarktung von gesunden Eiern entschieden….. xxx hat eine starke Bindung zu ihren Tieren und ist um ihr Wohlergehen sehr bemüht.‘ Zu guter Letzt schließt der Artikel mit den Worten ‚Den Kauf von Eiern zum Erlebnis machen‘.

Die Frage, die sich stellt – ist jemand wie der/die VerfasserIn solcher Zeilen mitschuldig an der Misere, weil sie ein Tierleid übergehen und dieses sogar durch die eindeutige Kaufempfehlung fördern? Wir gehen stark davon aus, dass es der Verfasser/ die Verfasserin des Artikel nicht der Mühe wert fand, sich von dem was er oder sie niederschrieben hat, auch selbst zu überzeugen, denn anders wären diese Zeilen wohl so nie zustande gekommen. Jedenfalls, was wir hier lesen darf ganz sicher als Kundentäuschung bezeichnet werden, auch wenn eine (hoffentlich) nicht absichtlich herbeigeführte… Fazit:

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13 Katzenbabys, sieben Welpen: Wiener Polizei stoppt illegalen Tiertransport

Letzten Sonntag gegen 09.30 Uhr wurden Polizisten in Wien-Neubau auf ein verdächtiges Fahrzeug aufmerksam. Beim Vorbeifahren bemerkten sie mehrere Käfige in einem überhitzten Pkw – deren Inhalt zunächst unbekannt war.

Wiener Polizisten haben am Sonntagvormittag insgesamt 22 Hunde und Katzen aus einem illegalen Tiertransport befreit. Sieben Welpen und 13 Babykätzchen sowie jeweils ein Muttertier waren in ungesicherten Käfigen und Transportboxen ohne Wasser oder Futter eingesperrt.

Katzen und Hunde in schlechtem Zustand

Den Beamten von der Inspektion Stiftgasse kam der Pkw verdächtig vor: Im Vorbeifahren hatten sie die zahlreichen Käfige bemerkt. Daraufhin wurde der Wagen gestoppt und kontrolliert.

 “Die Tiere waren aufgrund der beengten Verhältnisse und der Hitze im Fahrzeug bereits in einem schlechten Zustand”, sagte Polizeisprecherin Irina Steirer. Der 61-jährige Lenker gab an, dass er die Tiere aus Bulgarien mitgebracht habe. Er behauptete, Zielorte seien mehrere Tierheime in Österreich und Deutschland. Jetzt kümmern sich jedenfalls die Mitarbeiter des Wiener Tierquartiers um sie.

Illegaler Tiertransport: Vierbeiner kamen ins Tierquartier

“Der Mann konnte lediglich einen blauen EU-Petpass vorweisen und hatte weder Dokumente eines Veterinäramtsarztes noch Dokumente für eine legale Einfuhr der Tiere bei sich”, so die Sprecherin. Er wurde nach dem Tierschutz- und dem Kraftfahrgesetz angezeigt.

Die Polizisten versorgten die Vierbeiner an Ort und Stelle mit dringend benötigtem Wasser. Der 61-Jährige dürfte am Samstag in Bulgarien losgefahren sein, eine Nacht verbrachte er in der ungarischen Hauptstadt Budapest. “Aufgrund des Zustandes der Tiere und der Verschmutzung im Wagen gehen wir davon aus, dass sich die Hunde und Katzen wahrscheinlich die ganze Zeit in den Käfigen befunden haben”, sagte Steirer.

(apa/red)

Wieder weiße Tiger-Vierlinge im “Weißen Zoo” Kernhof in NÖ geboren

Erneut Kindersegen im “Weißen Zoo”: Weiße Tiger-Vierlinge sind im Kameltheater Kernhof bei St. Aegyd am Neuwalde (Bezirk Lilienfeld) geboren worden. Zoo-Direktor Herbert Eder präsentierte die “kerngesunden, strammen” Babys mit den Namen Falco, Toto, Mia und Mautzi am Mittwoch.

Bereits Ende 2012 waren im Zoo weiße Tiger-Vierlinge zur Welt gekommen, im April 2015 sogar Fünflinge. Bei der Geburt am 22. März lag das Gewicht der Tiere zwischen 940 und 1.200 Gramm, seitdem haben sie bereits fünf Kilo zugelegt.

Seltener Nachwuchs: Vierlinge bei den Weißen Tigern

Ab Samstag können Besucher den Nachwuchs, der sich bei einem Pressetermin sehr fotogen zeigte, bewundern. Vierlinge seien bei weißen Tigern “weltweit sehr, sehr selten”, erklärte Eder, der zusammen mit seinem Sohn Rainer Zöchling den Zoo leitet.

Derzeit ist der Nachwuchs vor allem mit Trinken und Schlafen beschäftigt. Die ersten drei Monate trinken die Kleinen Muttermilch, dann beginnen sie damit, an Fleisch zu nuckeln bzw. schlecken. Etwa acht Monate bis ein Jahr bleiben sie bei der Mutter, dann werden sie an andere Zoos abgegeben, um Inzucht zu vermeiden. “Wir verkaufen unsere Tiere nie, sondern vergeben sie per Einstellvertrag”, betonte Eder. “Wir unterbinden den Handel. Wir wollen nicht, dass unsere Tiere in Zoos oder Shows verschwinden”, sagte der Zoo-Direktor.

Tigerbabys auf natürlichem Wege gezeugt

Die Babys wurden laut dem Zoo auf natürlichem Wege gezeugt – Mama Thalie stammt aus dem französischen Zoo Beauval im Loire-Tal, Papa Samir ist in Österreich durch einen Werbespot bekannt. Der neun Jahre alte Tiger ist seit 2010 bereits 25-facher Vater weißer, gesunder Tigerbabys in Österreich – das ist laut dem Zoo an der niederösterreichisch-steirischen Grenze “weltrekordverdächtig”.

Auseinandergehalten werden die Vierlinge über die Zeichnung am Kopf. Bei den je zwei Männchen und Weibchen handelt es sich um die weißen Tiger-Babys Nummer 17 bis 20 im “Weißen Zoo”. Die Tiere seien bisher alle kerngesund gewesen, sagte Eder. Den Zuchterfolg erklärte er folgendermaßen: “Wir sind in einem ruhigen Tal, es gibt keine elektrischen Zäune und die Tiere haben extrem gute Gene.”

Das Kameltheater Kernhof im niederösterreichisch-steirischen Grenzgebiet wurde 2010 um einen “Weißen Zoo” erweitert. Neben weißen Tigern sind u.a. Kamele, Nebelparder, Schneeleoparden, Alpakas, weiße Kängurus und Schneeeulen zu sehen.

(apa/red)

Vier Pfoten-Protest für die Prater-Ponys

Nach Ponykarussell-Aus: Einige Ponys müssen nun in Prater-Reitbahn schuften

Das ehemalige Karussellpferd Maxi muss jetzt in der Reitbahn weiterschuften

Das ehemalige Karussellpferd Maxi muss jetzt in der Reitbahn weiterschuften – © VIER PFOTEN / APA (Sujet)

Die Schließung des Ponykarussells im Vorjahr im Wiener Prater brachte leider nicht für alle eingesetzten Pferde ein Happy End. Für einige von ihnen geht der Stress seit Beginn der neuen Saison in der benachbarten Prater-Reitbahn weiter. Vier Pfoten will mit einer Aktion am Freitag den Ponys helfen.

Die Organisation Vier Pfoten, die an der Schließung des Pony-Karussells 2016 maßgeblich beteiligt war, fordert erneut eine “Hacklerregelung” für die Tiere und damit ihren wohlverdienten Ruhestand. Am Freitagnachmittag werden die Tierschützer im Prater im Rahmen einer Aktion neben Informationen auch Helium-Luftballons und Süßigkeiten an Passanten verteilen, um auf das Schicksal der Tiere aufmerksam zu machen.

Kritik an Behandlung der Ponys kommt von Vier Pfoten

“Wir konnten uns selbst bei einem Lokalaugenschein davon überzeugen, dass zum Beispiel Anka, Mani und Maxi, die jahrelang bei lauter Musik oft stundenlang im Kreis laufen mussten, weiterschuften müssen. Die Pferde sind teilweise fast 30 Jahre alt – ein wirklich unnötiger zusätzlicher Stress”, kritisiert Indra Kley, Leiterin des Österreich-Büros von Vier Pfoten.

 Bei den Gesprächen zwischen Vier Pfoten und den Betreibern des Karussells im Frühjahr 2016 war ursprünglich von acht bis zehn Tieren die Rede gewesen, für die die Tierschutzorganisation ein neues, artgemäßes Zuhause finden sollte. Auch die Prater GmbH sprach damals in einer Aussendung von einem “wohlverdienten Ruhestand” für die Ponys.

Prater will die Ponys auf Reitbahn weiter einsetzen

Nachdem die Betreiber im Herbst 2016 die Zusammenarbeit mit Vier Pfoten beendet hatten, gaben sie Pläne bekannt, dass ein Großteil der Pferde auf der betriebseigenen Reitbahn im Prater weiter arbeiten soll.

Für Vier Pfoten ist das nicht akzeptabel. Kley: “Nach all den Jahren Arbeit wollen die Betreiber weiterhin Geld mit den Tieren machen – natürlich auf deren Rücken, nicht nur sprichwörtlich. Die alten Tiere wurden einfach umgeschult. Wir finden das schlicht unanständig.”

Unzählige Menschen finden das auch und haben in den letzten Monaten auf der Facebook-Seite vonVier Pfoten nach der Zukunft der Pferde gefragt. “Dass sie in Pension gehen und ein bisschen wohlverdiente Ruhe genießen können, ist ganz vielen Leuten auch außerhalb Wiens ein echtes Anliegen”, so Kley abschließend.

Das Wetter war nasskalt und ungemütlich, aber Vier Pfoten ließ die Pferde aus dem ehemaligen Wiener Ponykarussell nicht im Regen stehen: Am Freitagnachmittag informierten Mitarbeiter der Tierschutzorganisation vor dem Eingang des Praters über das Schicksal der Tiere.

Für sechs von ihnen geht der Stress seit Beginn der neuen Saison in der benachbarten Prater-Reitbahn nämlich weiter. Vier Pfoten fordert eine “Hacklerregelung” bzw. die Pension in einer artgemäßen Umgebung für sie. Neben Informationsmaterial verteilten die Mitarbeiter auch Helium-Luftballons und Süßigkeiten an Passanten.

Aktion gegen weiteren Einsatz der ehemaligen Karussell-Pferde

“Anka, Mani, Dolly, Maxi, Felix und Patricia mussten im Ponykarussell jahrelang bei lauter Musik oft stundenlang im Kreis laufen. Und jetzt schuften sie auf der Reitbahn weiter. Das ist ein unnötiger zusätzlicher Stress”, sagt Vier Pfoten Kampagnenleiterin Martina Pluda. “Muss man die Pferde wirklich dermaßen ausbeuten – nur um des Profits willen? Unserer Ansicht nach ist das unanständig.”

Bei den Gesprächen zwischen Vier Pfoten und den Betreibern des Karussells im Frühjahr 2016 war ursprünglich von acht bis zehn Tieren die Rede gewesen, für die die Tierschutzorganisation ein neues, artgemäßes Zuhause finden sollte. Auch die Prater GmbH sprach damals in einer Aussendung von einem “wohlverdienten Ruhestand” für die Ponys. Nachdem die Betreiber im Herbst 2016 die Zusammenarbeit mit Vier Pfoten beendet hatten, gaben sie Pläne bekannt, dass ein Großteil der Pferde auf der betriebseigenen Reitbahn im Prater weiter arbeiten soll.

Vier Pfoten-Aktion für die Prater-Ponys auch auf Facebook

Vier Pfoten kann sich auf eine breite Unterstützung vor allem der Online-Community stützen. Unzählige Menschen haben in den letzten Monaten auf der Facebook-Seite von Vier Pfoten nach der Zukunft der Pferde gefragt. “Dass sie endlich ihre wohlverdiente Pension genießen können, ist ganz vielen Leuten auch außerhalb Wiens ein echtes Anliegen. Deshalb lassen wir sie nicht im Stich: Wir werden unsere Protestaktionen sicher fortsetzen “, kündigt Martina Pluda an.

Verletzter Turmfalke von in Wien-Neubau von der Polizei gerettet

In der Neustiftgasse in Wien-Neubau haben Polizisten am Freitag einen Turmfalken gerettet. Der Greifvogel versuchte kurz nach 7:30 Uhr mehrmals wegzufliegen, stürzte jedoch immer wieder zu ErstellenBoden.

Da er einen völlig zerrupften und abgemagerten Eindruck machte, fingen die Beamten den Falken mithilfe eines Kartons ein und übergaben ihn an die Tierrettung.

(apa/red)

Brutale Tierquälerei: Taube wurde mit Plastiksack gefesselt

Am Donnerstagabend wurde eine Taube, der beide Ständer (Füße) mit einem Plastiksack zusammengebunden wurden, in den Wiener Tierschutzverein gebracht.

Bei der tierärztlichen Untersuchung stellte sich heraus, dass das Tier mit dem Plastikbeutel regelrecht gefesselt wurde. Die Enden waren derart fest verknotet, sodass ein nicht-menschliches Verschulden praktisch ausgeschlossen werden kann. Zudem hat die Taube multiple oberflächliche Verletzungen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit von ihrem Befreiungskampf stammen. “Wir benötigen dringend einen gesellschaftlichen Grundkonsens, dass ein bewusstes Quälen von Lebewesen nicht zu dulden ist. Gerade auch jene Tiere, denen man einen schlechten Ruf angedichtet hat, brauchen den besonderen Schutz der Gesellschaft und der Gesetzte. Der Wiener Tierschutzverein hilft selbstverständlich immer soweit es möglich ist und versucht, Tiere von Qualen zu befreien und zu heilen”, sagt WTV-Präsidentin Madeleine Petrovic.

Taube mit Plastiksack gefesselt

Die WTV-Tierärztin befreite die Taube umgehend von ihren Plastikfesseln und versorgte die Wunden. Anschließend wurden dem Tier noch Antibiotika und Schmerzmittel verabreicht. Die Chancen, dass das Tier wieder genesen wird, stehen gut. Es wird allerdings noch einige Zeit dauern, bis die Taube wieder selbstständig gehen und fressen kann. Denn ihre Ständer sind durch die Fesseln derart geschwollen, dass eine Fortbewegung nur unter großen Schmerzen möglich ist. Daher wird die Taube nun im Kleintierhaus des WTV umsorgt und von den Pflegerinnen mit der Hand gefüttert. Dies ist auch dringend nötig: Denn bedingt durch ihre hilflose Lage und die fehlende Möglichkeit der Nahrungsaufnahme zeigt das Tier auch leichte Abmagerungserscheinungen.

Leider sind derartige Taten keine Einzelfälle: “Es vergeht kaum ein Tag, wo uns nicht gemeldet wird, dass Tauben Gummibänder auf den Ständern oder abgeschürfte und teilweise abgefallene Gliedmaßen haben. Positiv ist, dass die Anteilnahme der Bevölkerung zunimmt. Gerade die Stadttauben werden aber leider vielfach sehr schlecht behandelt”, so Petrovic.

Appell vom Wiener Tierschutzverein

Daher appelliert der Wiener Tierschutzverein einmal mehr an die öffentliche Hand, alle Kampagnen, die Tauben als Schädlinge denunzieren und indirekt dazu führen, dass sich Menschen mit einer problematischen Grundhaltung zu Tieren ermächtigt fühlen, diese Tiere in besonders grausamer Art und Weise zu verstümmeln und zu quälen, zu überdenken. “Was angesagt wäre, sind Kampagnen, die das richtige Füttern von Tieren in der Stadt forcieren. Stichwort: Für Tauben keine Lebensmittelreste oder Abfälle, sondern richtiges Vogelfutter. Doch mittelfristig kann nur ein von Informationsarbeit begleitetes Taubenschlagkonzept zum Erfolg führen. Wenn es Taubenschläge mit artgerechter Fütterung und Bestandskontrolle gäbe, dann könnte auch das private Füttern auf diese Taubenschläge rechtlich beschränkt werden”, so Petrovic abschließend.

(APA/Red)

Nach Verbot im Burgenland und in Wien: Täglich Demos gegen die Gatterjagd in NÖ

In Wr. Neustadt, Neunkirchen, Baden und am Schrannenplatz in Mödling protestierten TierschützerInnen gegen die Gatterjagd und fordern von LR Pernkopf ein Verbot

In Niederösterreich gibt es 74 Jagdgatter, bei weitem mehr, als in jedem anderen Bundesland. Aber nicht nur das, überall sonst wurden Jagdgatter verboten oder sind am Auslaufen. In Vorarlberg, Tirol, Kärnten, der Steiermark und Oberösterreich sind Jagdgatter bereits abgeschafft, im Burgenland und in Wien wurden sie kürzlich verboten und die bestehenden Gatter müssen bis 2023 geschlossen sein, und in Salzburg ist ein Verbot gerade im Entstehen. Bleibt nur Niederösterreich, das Mekka der Gatterjagd, in dem es keine Anzeichen für eine Änderung gibt. Deshalb protestierten diese Woche TierschützerInnen in Wr. Neustadt, Neunkirchen, Baden und werden heute von 10-12 Uhr am Schrannenplatz in Mödling protestieren, um die verantwortlichen PolitikerInnen zum Umdenken zu bewegen. Bei den Kundgebungen zeigte sich deutlich, dass die große Mehrheit der Menschen die Gatterjagd für eine perverse Tierquälerei hält und verboten sehen will.

VGT-Obmann Martin Balluch: „Bisher galt als Ausrede gegen ein Verbot, dass das verfassungsrechtlich nicht möglich sei. Nun ist das Gegenteil bewiesen, im Burgenland wurden mit Zustimmung des Verfassungsdienstes auch Jagdgatter verboten, die zeitlich unbegrenzte Bewilligungen hatten. Die Gatterjagd dient dem leichten Massenabschuss und dem Trophäenkult, beides ist heute nicht mehr zeitgemäß. TierschützerInnen werden zunehmend dringlicher ein Verbot der Gatterjagd auch in NÖ fordern. Vielleicht kehrt mit der neuen Landeshauptfrau auch diesbezüglich ein neuer Wind in dem letzten Bundesland mit Jagdgattern ohne Ablaufdatum ein!“

(APA)