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Igel im Herbst/Winter

Im September gibt es meistens noch genügend Nahrung für die Igel, wobei die Igelmännchen sich dann schon zum Winterschlafort zurückzuziehen beginnen und den Igelmüttern und Igeljungen das Nahrungsfeld zunehmend überlassen.
Vor etwa 3 Jahren, als es Mitte September schon zu einer Kältewelle kam, verschwanden die Männchen hierorts bereits Anfang September, ansonsten meist Ende September und 2011 erst im Oktober. igel_image027.jpg
Mittags auf dem Hauptplatz von Purgstall bei Schneefall gefundene Igeldame Die Igelmütter versuchen sich noch bis Ende Oktober/Anfang November – je nach Witterung – nach der Geburt und Säugungszeit Winterspeck anzufressen, das Nahrungsangebot wird schon deutlich weniger, und ziehen sich dann zurück.
Igeljunge kommen noch im August oder gar September zur Welt und versuchen sich instinktiv einen Winterspeck anzufressen. Ab November wird das jedoch immer schwieriger, da die Nahrung zunehmend abnimmt.
Dadurch bauen sie ihr Winterschlafnest sehr spät und schlecht isoliert – viele überleben den Winter nicht. igel_herbst_002.jpg Zu kleiner kranker Herbstigel Futter- und Wasserstellen im Herbst können für Igel lebensrettend sein, wenigstens eine Hilfe. Ebenso Laubhaufen an geschützter Stelle, ev etwas Reisig darunter und gegebenenfalls eine Folie mit Löchern darüberspannen. In der Natur wäre ein Gewicht von knapp 600g für den Winterschlaf ausreichend. Immer wieder höre ich: nicht in die Natur eingreifen – und man lässt kleine Igel laufen….Ich denke, häufig aus Angst man hätte ja Arbeit damit… Man kann der Natur ihren Lauf lassen, aber gelegentlich sollte man wissen, wann…..
Der kleine Stefan – siehe Pflegebeispiele, Igelpflege im Haus -, mit 300g am 26.12.11 in einem Garten nachts gefunden, hätte definitiv keine Chance gehabt. Heute ist er ein sehr munterer Igel in Freiheit. Was sein wird kann ich auch nicht beurteilen, aber er hat eine Chance bekommen, indem seine Finderin ihn zumindest in die Wärme brachte, Futter und Wasser anbot und sich um den weiteren Verbleib kümmerte. Jungtiere unter tags gefunden: Igel im Herbst am Tag im Garten gefunden haben in 99% der Fälle ein Problem. Vor allem wenn sie im Gras in der Sonne nach Futter suchen. igel_herbst_003.jpg Stefan, gefunden am 26.12.11 mit 300g Alle diese Tiere brauchten Hilfe, in fast allen Fällen war reines Zufüttern zu wenig.
Diese Hilfe sollte aber richtig sein.
5 kleine Igel im Herbst aus einem Nest entfernen, in ein ausgehobenes Erdloch stecken und Laub darüber werfen, ist keineswegs die richtige Hilfe.Einer hat überlebt – in sehr schlechtem Zustand bekam ich ihn im April 2012…  

Islamisches Opferfest 2017

In 2 Tagen ist es soweit Dienstag, 22.08. – Freitag, 25.08., das Islamische Opferfest wird wieder stattfinden!

Wie und warum wird das Islamische Opferfest begangen?

Das höchste islamische Fest ist Id al-Adha, das Islamische Opferfest. Es ist eine Versammlung der Mekka-Pilger und gleichzeitig der Höhepunkt der „Haddsch“ – der Wallfahrt nach Mekka.

Das Islamische Opferfest wird von Muslimen in aller Welt begangen. In vielen Staaten, in denen der Islam Staatsreligion ist, ist es außerdem ein Feiertag. Dazu gehören z. B. die Türkei, Singapur, Malaysia oder Jordanien.

Entstehung des Islamischen Opferfestes

Beim Islamischen Opferfest wird des Propheten Ibrahim (Abraham) gedacht. Nach muslimischer Überlieferung musste Ibrahim eine göttliche Probe bestehen und bereit sein, seinen Sohn Ismael Allah zu opfern. Als dieser schließlich dazu bereit war, stoppte Allah sein Vorgehen. Aus Dank opferten Ibrahim und Ismail im Beisein von Freunden und bedürftigen Menschen einen Widder.

Islamisches Opferfest: Berechnung des Datums

Das Opferfest dauert vier Tage und beginnt jedes Jahr am Zehnten des islamischen Monats „Dhu l-hiddscha“. Der Beginn verschiebt sich jährlich um circa elf Tage rückwärts im Sonnenkalender, da sich das Fest am islamischen Mondkalender orientiert. So kommt es, dass Id al-Adha im Laufe der Zeit zu jeder Jahreszeit gefeiert wird. Das genaue Datum wird erst nach Sichtung der Mondsichel in Saudi-Arabien festgelegt.

Bräuche an Id al-Adha

Weltweit gehört es zur Pflicht aller Muslime, zu diesem Fest ein Tier zu opfern und das Fleisch an Bedürftige, aber auch an Verwandte und Bekannte zu verteilen – sofern sie über die finanziellen Mittel dazu verfügen. Es werden vor allem Schafe, aber auch Rinder oder Ziegen, Kamele oder Wasserbüffel geschächtet. Alle rituell geopferten Tiere sind Paarhufer. Das als unrein geltende Schwein wird dabei allerdings ausgespart. Mit der Opferung werden gute Wünsche für die Menschen und Dankbarkeit gegenüber Allah verbunden.

Ähnlich wie zum Fest des Fastenbrechens ist es auch beim Islamischen Opferfest ein fester Brauch, am Morgen die Moschee zu besuchen und dort zu beten. Im Anschluss werden an den Gräbern der Verwandten Bittgebete gesprochen und Koranverse gelesen. Anschließend findet ein Fest mit Verwandten und Freunden statt, bei dem gegessen und getrunken wird sowie Gaben an Bedürftige verschenkt werden.

Wissenswertes zu Id al-Adha

  • Im Arabischen heißt das Opferfest auch „Idul Adha“, auf türkisch „Kurban Bayrami“.
  • Der Name Id al-Adha wurde abgeleitet vom arabischen Wort für Opfern: dhahha. Der Präfix ergibt sich vom Beinamen des Opferfestes. Es wird nämlich auch als „das Große Fest“ (id-ul-kabir) bezeichnet. Ein weiteres Wort für Opfer ist „qurban“. Damit werden all die Dinge bezeichnet, die man für Allah hergibt. In vielen muslimischen Ländern findet man das Islamische Opferfest daher auch unter der Bezeichnung „Qurban-“ bzw. Kurban-Fest.
  • Private Schlachtungen zum Opferfest finden bei den Familien meist direkt im bzw. vor dem eigenen Haus statt.
  • Häufig sind mit dem Feiertag verschiedene Attraktionen für Kinder verbunden wie etwa Kinderkarusselle.
  • In Deutschland können sich islamische Schüler an diesem Tag vom Unterricht befreien lassen.

Delfin-Baby stirbt nach Touristen-Selfie

Touristen heben einen Baby-Delfin aus seichtem Wasser und beginnen an einem Badestrand, Fotos zu machen. „Gebt es zurück“, rufen einige Besucher. Doch niemand tut es.

Einem Delfin-Baby in Argentinien hat der Selfie-Eifer von Strandbesuchern den Tod gebracht. Der kleine Franciscana-Delfin war im Badeort Santa Teresita, rund 250 Kilometer südöstlich von Buenos Aires, von Touristen im seichten Wasser gefunden und an den Strand gebracht worden, wie das Nachrichtenportal Infonews berichtete.

Das Delfin-Baby wurde von Hand zu Hand weitergegeben und auf den Sand gelegt, während die Schaulustigen Selfies mit dem Delfin schossen. Das Tier starb nach Angaben der Umweltschutzorganisation Vida Silvestre unter den Sonnenstrahlen an Dehydratisierung

„Gebt es zurück ins Wasser“, rufen einige Frauenstimmen in einem Video auf Youtube. Doch niemand tut es. Kinder sind zu sehen, wie sie das Tier auf dem Sand streicheln. Immer mehr Menschen kommen mit ihren Smartphones hinzu und stehen um den Delfin herum. Mehrere Tierschutzorganisationen reagierten mit einem dringlichen Aufruf, nicht Selbstdarstellungsdrang vor den Schutz der Tiere zu stellen.

Franciscana-Delfine sind mit nur rund 1,5 Meter Länge die kleinsten ihrer Art. Sie leben ausschließlich an den Küsten Brasiliens, Argentiniens und Uruguays, wo sie oft in Fischernetzen hängenbleiben. Ihren Namen verdanken sie ihrer bräunlichen Farbe, die der Franziskaner-Kutte ähnelt.

25 Jahre Blauer Kreis

Es wird viel für Tierschutz getan aber was ist mit den Exoten, Reptilien, Schlangen, Spinnen und Fröschen und einigen anderen? Das Team um Prof. Dr. Kurt Kolar Pflegestation für beschlagnahmte und ausgesetzte Reptilien kümmert sich mit großer Aufopferung darum.

Noch während Dr. Kurt Kolar die Mittelschule besuchte – 1949 – wurde Dr. Kurt Kolar auf die von Prof. Otto Koenig aufgebaute Biologische Station Wilhelminenberg aufmerksam.

Dr. Kurt Kolar nahm an einem Kurs für vergleichende Verhaltensforschung teil und war in der Folge bis 1954 ehrenamtlich im Institut tätig. Auf Anregung von Otto Koenig begann Dr. Kurt Kolar 1951 mit dem Studium von Zoologie und Psychologie an der Universität Wien.

Verhaltensgrundlagen bei Papageien war das Thema von Dr. Kurt Kolars Dissertation. Den Papageien bin ich treu geblieben, dieses Thema bearbeite Dr. Kurt Kolar als Buchautor bis zum heutigen Tag.

Weiters sind auch Bücher über Australien (nach einer mehrmonatigen Studienreise) und über die Problematik der Tierhaltung erschienen. Im Wilhelminenberger Institut war Dr. Kurt Kolar mit einer Unterbrechung bis 1970 tätig, die letzten zehn Jahre als Stellvertreter Otto Koenigs.

Diese Zeit war eine gute Schule, denn in der biologischen Station, aus der 1969 das Institut für vergleichende Verhaltensforschung der österreichischen Akademie der Wissenschaften hervorging, wurde vor allem auf Kameradschaft Wert gelegt. Dies hinderte allerdings nicht daran, dass die meisten Mitarbeiter das Institut nach Auseinandersetzungen mit dem Leiter verließen.

Dies war auch bei Dr. Kurt Kolar der Fall.

Dr. Kurt Kolar arbeitete nach meinem Abgang vorwiegend als zoologischer Schriftsteller. Dr. Kurt Kolar befasste sich aktiv mit Tierschutzfragen und übernahm 1984 die Leitung der Tierschutzaktion Blauer Kreis. Weiters wurde Dr. Kurt Kolar Vorsitzender der Zoologischen Gesellschaft Österreichs, Vizepräsident des Wiener Volksbildungswerkes und da selbst Vorsitzender der Fachgruppe Wissenschaften.

Als in den späten 80er-Jahren die Kritik an der Führung des Schönbrunner Tiergartens zunahm und sogar die Schließung dieses ältesten Zoos der Welt zur Diskussion stand, gründete Dr. Kurt Kolar im Rahmen der Tierschutzaktion eine Arbeitsgemeinschaft Zoo, für die Dr. Kurt Kolar mehrere anerkannte Fachleute gewinnen konnte. Somit konnten er entscheidend dazu beitragen, dass nach den nicht leicht zu knüpfenden Kontakten mit dem zuständigen Minister Dr. Wolfgang Schüssel durch ein im Nationalrat beschlossenes Gesetz der Schönbrunner Tiergarten Anfang 1992 in eine Ges.m.b.H. umgewandelt wurde. Dies war die Grundvoraussetzung für eine Verbesserung der Tierhaltung (Kleinaffenanlage, Großkatzenhaus, Elefantenhaus) und auch für eine bedeutende wirtschaftliche Sanierung.

Auf die Initiative von Dr. Kurt Kolar wurde der Verein der Freunde des Schönbrunner Tiergartens gegründet. Auf Einladung des neuen Geschäftsführers und Direktors, Dr. Helmut Pechlaner, übernahm ich die Positionen eines zoologischen Kurators und eines stellvertretenden Direktors. So war mir die Möglichkeit gegeben, zur Neu- und Weiterentwicklung des Tiergartens beizutragen.

Der Verein Haus des Meeres hat dankenswerter Weise im Jahre 1992 dem Blauen Kreis im 6. Stock des Flakturmes im Esterhazypark einen Raum kostenlos zur Verfügung gestellt. Für die Blauen-Kreis-Mitarbeiter, besonders den damaligen Präsidenten Kurt Kolar, gab es damit ausreichend Gelegenheit, die handwerklichen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Damals gab es noch keinen Aufzug im Haus des Meeres. Es mussten jeder Sack Zement, Fliesen, Ziegel, Eternitwannen, Steine und Äste mühsam in den 6. Stock geschleppt werden.

Die Station war seit Beginn ihres Bestehens fast immer voll mit Pfleglingen. Aus den ursprünglich 16 Terrarien waren nach 10 Jahren 31 geworden, heute sind es 42, dazu kommen noch über 100 Vogelspinnenbehälter!

Die Station wurde vom Vereinsvorstand beim zehnjährigen Jubiläum “Prof. Dr. Kurt Kolar Pflegestation” benannt. Ende 2006 wurde der Prof. Dr. Kurt Kolar Pflegestation für beschlagnahmte und ausgesetzte Reptilien von der MA 60 – Veterinäramt der Stadt Wien – die Genehmigung als Tierheim gemäß den Bestimmungen des neuen Tierschutzgesetzes erteilt.

Der Blaue Kreis unterhält diese Station ausschließlich von Ihren Mitgliedsbeiträgen und Spenden!

 

Die Pfleglinge, ursprünglich hauptsächlich aufgrund von Beschlagnahmungen der Zollbehörden stammend, bzw. Tiere, die ausgesetzt worden waren, stammen heute u. a. aus Beschlagnahmungen seitens der Tierschutzbehörde wegen schlechter Tierhaltung , bzw. von verschwundenen, verstorbenen oder inhaftierten Besitzern.

Die Tiere in der Auffangstation haben allesamt tragische Schicksale:

Eine Vogelspinne – ursprünglich aus Sri Lanka – saß neben einem Schwimmbassin im 21. Wiener Gemeindebezirk; ein Tokeh, d.h. ein großer Gecko, hielt im 20. Bezirk mit seinem Geschrei einen Mann vom Benutzen seiner Toilette ab. Die Besitzer konnten in beiden Fällen nicht eruiert werden. Im Laufe der Jahre bekam die Station Hornvipern und Kobras, die auf einem Parkplatz illegal verkauft werden sollten, Chamäleons, die in Socken geschmuggelt wurden, delogierte Leguane und Piranhas, und Evelyn Kolar, unsere engagierte Pflegerin, hat auch schon einen Skorpion in einem vollen Staubsaugersack gesucht.

 

Einmal wurden zugleich acht Schlangen, sechs Leopardgeckos, vier Skorpione und 468 (!) Vogelspinnen vom Zoll beschlagnahmt: Bei einer Reptilienbörse kam ein ungarischer Teilnehmer mit den österreichischen Behörden in Konflikt. Die Schlangen, Geckos und 268 Vogelspinnen übernahm die Pflegestation des Blauen Kreises im Haus des Meeres, der Schönbrunner Tiergarten die Skorpione und 200 Vogelspinnen. Viele Stunden Arbeit hat es gekostet, die einzeln untergebrachten Tiere zu bestimmen und zu versorgen

 

Derzeit leben bei uns 19 Leguane, 18 Schlangen, einige Agamen und andere kleine Reptilien, und noch immer über 100 Vogelspinnen! Sie sind mittlerweile zu beachtlichen Exemplaren herangewachsen und wollen ständig versorgt werden.

Unseren allerersten Hai, dessen Transport wir nach einem Todesfall mühselig organisiert haben, hat dankenswerter Weise das Haus des Meeres übernommen, ebenso im Lauf der Jahre zwei riesige Fransenschildkröten, Boas, Leguane, Fische, etc.

 

Es ist unendlich schwierig, für die Tiere geeignete Plätze in Tiergärten oder wissenschaftlichen Haltungen zu finden.

Vielen Dank an das Team des Blauen Kreises für die 24 Std. rundum Betreuung der Schützlinge.

(Red.)

25 Jahre Blauer Kreis

Es wird viel für Tierschutz getan aber was ist mit den Exoten, Reptilien, Schlangen, Spinnen und Fröschen und einigen anderen? Das Team um Prof. Dr. Kurt Kolar Pflegestation für beschlagnahmte und ausgesetzte Reptilien kümmert sich mit großer Aufopferung darum.

Noch während Dr. Kurt Kolar die Mittelschule besuchte – 1949 – wurde Dr. Kurt Kolar auf die von Prof. Otto Koenig aufgebaute Biologische Station Wilhelminenberg aufmerksam.

Dr. Kurt Kolar nahm an einem Kurs für vergleichende Verhaltensforschung teil und war in der Folge bis 1954 ehrenamtlich im Institut tätig. Auf Anregung von Otto Koenig begann Dr. Kurt Kolar 1951 mit dem Studium von Zoologie und Psychologie an der Universität Wien.

Verhaltensgrundlagen bei Papageien war das Thema von Dr. Kurt Kolars Dissertation. Den Papageien bin ich treu geblieben, dieses Thema bearbeite Dr. Kurt Kolar als Buchautor bis zum heutigen Tag.

Weiters sind auch Bücher über Australien (nach einer mehrmonatigen Studienreise) und über die Problematik der Tierhaltung erschienen. Im Wilhelminenberger Institut war Dr. Kurt Kolar mit einer Unterbrechung bis 1970 tätig, die letzten zehn Jahre als Stellvertreter Otto Koenigs.

Diese Zeit war eine gute Schule, denn in der biologischen Station, aus der 1969 das Institut für vergleichende Verhaltensforschung der österreichischen Akademie der Wissenschaften hervorging, wurde vor allem auf Kameradschaft Wert gelegt. Dies hinderte allerdings nicht daran, dass die meisten Mitarbeiter das Institut nach Auseinandersetzungen mit dem Leiter verließen.

Dies war auch bei Dr. Kurt Kolar der Fall.

Dr. Kurt Kolar arbeitete nach meinem Abgang vorwiegend als zoologischer Schriftsteller. Dr. Kurt Kolar befasste sich aktiv mit Tierschutzfragen und übernahm 1984 die Leitung der Tierschutzaktion Blauer Kreis. Weiters wurde Dr. Kurt Kolar Vorsitzender der Zoologischen Gesellschaft Österreichs, Vizepräsident des Wiener Volksbildungswerkes und da selbst Vorsitzender der Fachgruppe Wissenschaften.

Als in den späten 80er-Jahren die Kritik an der Führung des Schönbrunner Tiergartens zunahm und sogar die Schließung dieses ältesten Zoos der Welt zur Diskussion stand, gründete Dr. Kurt Kolar im Rahmen der Tierschutzaktion eine Arbeitsgemeinschaft Zoo, für die Dr. Kurt Kolar mehrere anerkannte Fachleute gewinnen konnte. Somit konnten er entscheidend dazu beitragen, dass nach den nicht leicht zu knüpfenden Kontakten mit dem zuständigen Minister Dr. Wolfgang Schüssel durch ein im Nationalrat beschlossenes Gesetz der Schönbrunner Tiergarten Anfang 1992 in eine Ges.m.b.H. umgewandelt wurde. Dies war die Grundvoraussetzung für eine Verbesserung der Tierhaltung (Kleinaffenanlage, Großkatzenhaus, Elefantenhaus) und auch für eine bedeutende wirtschaftliche Sanierung.

Auf die Initiative von Dr. Kurt Kolar wurde der Verein der Freunde des Schönbrunner Tiergartens gegründet. Auf Einladung des neuen Geschäftsführers und Direktors, Dr. Helmut Pechlaner, übernahm ich die Positionen eines zoologischen Kurators und eines stellvertretenden Direktors. So war mir die Möglichkeit gegeben, zur Neu- und Weiterentwicklung des Tiergartens beizutragen.

Der Verein Haus des Meeres hat dankenswerter Weise im Jahre 1992 dem Blauen Kreis im 6. Stock des Flakturmes im Esterhazypark einen Raum kostenlos zur Verfügung gestellt. Für die Blauen-Kreis-Mitarbeiter, besonders den damaligen Präsidenten Kurt Kolar, gab es damit ausreichend Gelegenheit, die handwerklichen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Damals gab es noch keinen Aufzug im Haus des Meeres. Es mussten jeder Sack Zement, Fliesen, Ziegel, Eternitwannen, Steine und Äste mühsam in den 6. Stock geschleppt werden.

Die Station war seit Beginn ihres Bestehens fast immer voll mit Pfleglingen. Aus den ursprünglich 16 Terrarien waren nach 10 Jahren 31 geworden, heute sind es 42, dazu kommen noch über 100 Vogelspinnenbehälter!

Die Station wurde vom Vereinsvorstand beim zehnjährigen Jubiläum “Prof. Dr. Kurt Kolar Pflegestation” benannt. Ende 2006 wurde der Prof. Dr. Kurt Kolar Pflegestation für beschlagnahmte und ausgesetzte Reptilien von der MA 60 – Veterinäramt der Stadt Wien – die Genehmigung als Tierheim gemäß den Bestimmungen des neuen Tierschutzgesetzes erteilt.

Der Blaue Kreis unterhält diese Station ausschließlich von Ihren Mitgliedsbeiträgen und Spenden!

 

Die Pfleglinge, ursprünglich hauptsächlich aufgrund von Beschlagnahmungen der Zollbehörden stammend, bzw. Tiere, die ausgesetzt worden waren, stammen heute u. a. aus Beschlagnahmungen seitens der Tierschutzbehörde wegen schlechter Tierhaltung , bzw. von verschwundenen, verstorbenen oder inhaftierten Besitzern.

Die Tiere in der Auffangstation haben allesamt tragische Schicksale:

Eine Vogelspinne – ursprünglich aus Sri Lanka – saß neben einem Schwimmbassin im 21. Wiener Gemeindebezirk; ein Tokeh, d.h. ein großer Gecko, hielt im 20. Bezirk mit seinem Geschrei einen Mann vom Benutzen seiner Toilette ab. Die Besitzer konnten in beiden Fällen nicht eruiert werden. Im Laufe der Jahre bekam die Station Hornvipern und Kobras, die auf einem Parkplatz illegal verkauft werden sollten, Chamäleons, die in Socken geschmuggelt wurden, delogierte Leguane und Piranhas, und Evelyn Kolar, unsere engagierte Pflegerin, hat auch schon einen Skorpion in einem vollen Staubsaugersack gesucht.

 

Einmal wurden zugleich acht Schlangen, sechs Leopardgeckos, vier Skorpione und 468 (!) Vogelspinnen vom Zoll beschlagnahmt: Bei einer Reptilienbörse kam ein ungarischer Teilnehmer mit den österreichischen Behörden in Konflikt. Die Schlangen, Geckos und 268 Vogelspinnen übernahm die Pflegestation des Blauen Kreises im Haus des Meeres, der Schönbrunner Tiergarten die Skorpione und 200 Vogelspinnen. Viele Stunden Arbeit hat es gekostet, die einzeln untergebrachten Tiere zu bestimmen und zu versorgen

 

Derzeit leben bei uns 19 Leguane, 18 Schlangen, einige Agamen und andere kleine Reptilien, und noch immer über 100 Vogelspinnen! Sie sind mittlerweile zu beachtlichen Exemplaren herangewachsen und wollen ständig versorgt werden.

Unseren allerersten Hai, dessen Transport wir nach einem Todesfall mühselig organisiert haben, hat dankenswerter Weise das Haus des Meeres übernommen, ebenso im Lauf der Jahre zwei riesige Fransenschildkröten, Boas, Leguane, Fische, etc.

 

Es ist unendlich schwierig, für die Tiere geeignete Plätze in Tiergärten oder wissenschaftlichen Haltungen zu finden.

Vielen Dank an das Team des Blauen Kreises für die 24 Std. rundum Betreuung der Schützlinge.

(Red.)

Umstrittenes Tierschutzgesetz: Wiener “Pfotenretterin” über die “Katastrophe”

Claudia Gutjahr aus Wien ist in Tierschützer-Kreisen keine Unbekannte: Die junge Frau ist eine der Gründerinnen der “Pfotenretter”, eines privaten Wiener Tierschutzvereins. VIENNA.at hat die Tierschützerin zum Gespräch über die problematische Gesetzesnovelle, neue Arten des Inserierens, mögliche Gegenstrategien und den steinigen Weg der Betroffenen zurück in die Legalität getroffen.

Seit zehn Jahren ist Claudia Gutjahr im Tierschutz tätig und als Pflegestelle für Katzen im Einsatz. Die Wienerin ist eines von drei Gründungsmitgliedern der “Pfotenretter”, die bislang auf Facebook sehr aktiv waren und regelmäßig Katzen und Hunde vorstellten, die aus verschiedensten Gründen bei dem Verein landeten und ein neues “Für-immer-Zuhause” suchten. Auch auf der Online-Plattform Willhaben.at hat der Verein zahlreiche Tiere zur Vermittlung inseriert. Das neue Tierschutzgesetz stellt Vereine wie die Pfotenretter jedoch vor so manche Hürde.

Claudia Gutjahr: Mit Herzblut für Tiere in Not aktiv

In ihrem geräumigen Haus in Liesing hat Gutjahr rund 200 Quadratmeter zur Verfügung, die zur Gänze ihren Schützlingen offen stehen. Zu vier bis fünf eigenen Katzen kommen bei Gutjahr derzeit sieben zur Vermittlung stehende Tiere – vom allerliebsten kleinen Russisch Blau-Kitten bis hin zur humpelnden Katze “Humpeldumpel” mit einer Lähmung am Bein.

Was Gutjahr macht, dem widmet sie sich mit voller Leidenschaft. Als Betreiberin der “Websingles”-Plattform ist die Wiener Tierschützerin nicht nur auf das Vermitteln und Zusammenführen einsamer menschlicher Herzen spezialisiert – ihr ganzes Herzblut fließt in den Einsatz für Tiere in Not. Daran hat auch die neueste Gesetzesnovelle nichts geändert, die für Tierschützer in Österreich seit 1. Mai 2017 eine riesige Herausforderung darstellt: das neue Tierschutzgesetz.

>>Hier geht es zum Gesetzestext im Wortlaut

Novelle zum Tierschutzgesetz: Guter Grundgedanke, viele Schattenseiten

Was eigentlich aus dem unterstützenswerten Gedanken heraus entstand, dem überhand nehmenden illegalen Welpenhandel Einhalt zu gebieten, führte nämlich zu einer Gesetzesnovelle, die nun generell jegliche öffentliche Vermittlung und das Feilbieten von Tieren durch Privatpersonen verbietet. Und damit finden sich private Tierschutzorganisationen schlagartig in der Situation wieder, dass ihre oft jahrzehntelang erfolgreich und zum Großteil ehrenamtlich betriebene Tätigkeit plötzlich illegal ist.

“Als ich von dem neuen Gesetz gehört habe, war meine erste Reaktion: Oh Gott, Katastrophe! Wie soll das weitergehen, wenn die ganzen Privaten nicht mehr schalten dürfen. Und jetzt bekommen wir jeden Tag diverse Mails und Anrufe von verzweifelten Leuten, die nicht mehr inserieren dürfen und nicht wissen, wie sie Fundtiere oder gerettete Tiere vermitteln sollen. Wenn sie sich an die Tierheime wenden, heißt es dann: ‘Tut uns leid, kein Platz.’ Die haben auch nicht die Ressourcen, das abzufangen” erzählt Gutjahr stirnrunzelnd.

gutjahr1

“Tierschützer an ihrer Arbeit zu hindern – das ist eine Katastrophe”

Für eine erfolgreiche Vermittlung waren bislang eben nicht nur große Tierheime, sondern auch Vereine wie die Pfotenretter Anlaufstelle. Die Tierheime sind mit den vielen Tieren, die bis zum Inkrafttreten der Gesetzesnovelle von privaten Tierschützern versorgt wurden, überfordert – und wer diese weiterhin entlasten und sich um die Vierbeiner kümmern möchte, wird nun gesetzlich daran gehindert. “Dabei verpulvern die Vereine ihr eigenes Geld für ihre Arbeit und bereichern sich da nicht in irgendeiner Weise. Ich kenn das ja von mir selber, ich mach nichts anderes mehr als mich um die Tiere zu kümmern. Ich arbeite für Websingles von zuhause aus und hab ja kein Leben mehr. Wenn ich rausgehe, geh ich zum Tierarzt. Und diese Leute an dem zu hindern, was sie mit Herzblut und aus eigener Tasche machen, das ist eine Katastrophe.”

Die Reaktion der Vereine auf die neue Situation war, gemeinsame Sache zu machen. Hundert Vereine haben sich hier der Tierschützerin zufolge zusammengeschlossen und etwa Facebook-Gruppen gegründet, um gegen das neue Tierschutzgesetz, das sie derart in ihrer Arbeit hindert, tätig zu werden. Es werden Beschwerdemails an die zuständigen Politiker geschrieben, eine Online-Petition kann unterschrieben werden, kürzlich gab es eine Demonstration gegen die Gesetzesnovelle, die den Tierschutzvereinen die Tätigkeit erschwert.

Kittenflut: Ein leidiges Problem verschärft sich noch

Das neue Tierschutzgesetz fordert dieser Tage so manches Opfer, wie auch der Wiener Tierschutzverein (WTV) regelmäßig berichtet. Am Mittwoch landeten auf einen Schlag elf kleine Kätzchen und ein Muttertier beim WTV, die einfach auf einem Parkplatz ausgesetzt und dort bei glosender Sommerhitze stundenlang stehen gelassen wurden. Allein im Juli wurden 14 Katzen, darunter zehn Kitten, ausgesetzt und landeten ebenfalls beim WTV.

Ein Problem, das auch Gutjahr sehr bewusst ist – denn die warme Jahreszeit ist Jahr für Jahr Kittenflut-Zeit, nachdem beispielsweise zahlreiche Bauern ihre Katzen nicht wie gesetzlich vorgeschrieben kastrieren lassen. Aus dem Burgenland, Tirol und der Steiermark kommen derzeit unzählige kleine Kätzchen zu Tierschutzvereinen wie den Pfotenrettern. Gutjahrs Pfotenretter-Kollegen Richie und Sonja haben vor wenigen Tagen sieben Kitten aus dem Burgenland übernommen, die das dortige Tierheim nicht aufnehmen konnte.

Auch zum Thema Auslandstierschutz bezieht die Pfotenretterin nebenbei klar Stellung: “Dieser ganze Tierrassismus geht mir schrecklich auf die Nerven. Die Leute helfen halt dort, wo sie können und wo es grad total arme Tiere gibt.”

Zur Passivität verdammt: Inserieren nur eingeschränkt möglich

Was nun gesetzeswidrig ist, und die Pfotenretter besonders hart trifft, ist das Feilbieten von Tieren im Internet. Gutjahr hat über die Jahre eine ausgefeilte Strategie entwickelt, was das Gestalten von Inseraten betrifft. Sie erstellte bislang vorzugsweise umfassende Alben zu jedem zur Vermittlung stehenden Tier mit langen Beschreibungstexten in der Facebook-Gruppe der Pfotenretter. “Das ist für mich gleichzeitig ein Intelligenztest, da sieht man gleich, ob die Leute sinnerfassend lesen können und sich auch der Verantwortung für ein Tier bewusst sind.”

Aus Erfahrung weiß sie, dass die Tiere umso mehr Anfragen bekommen, je mehr man über sie erfährt und je mehr Bilder von ihnen eingestellt werden. Wobei die Vereine inzwischen durch die Gesetzesänderung gefordert sind, beim Inserieren ihrer Schützlinge anders vorzugehen, um nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen. “Man ist gewissermaßen zur Passivität verdammt, darf nur noch Bilder der Tiere inserieren, ohne zum Adoptieren aufzurufen und ist darauf angewiesen, dass die Leute sich aktiv bei einem melden”, so Gutjahr. “Wichtig ist, dass man nicht aktiv feilbieten darf, wenn man keine offizielle Berechtigung vom Magistrat dafür hat.”

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Nicht ohne offizielle Genehmigung: Der steinige Weg zurück in die Legalität

Ebendiese haben sich die Pfotenretter nun organisiert, um weiterhin ihrer Tätigkeit nachgehen zu können. Denn die Stadt Wien verschickte jüngst an private Wiener Tierschutzvereine Strafverfügungen in Höhe von 600 Euro, die diese entrichten müssten, falls sie weiterhin Tiere wie gewohnt über ihre eigene und andere Websites vermitteln würden. Die einzige Möglichkeit, mit seiner Vermittlungsarbeit fortzufahren, besteht darin, sich innerhalb der Übergangsfrist bis 1. Juli 2018 um die notwendige Genehmigung bei der Magistratsabteilung 60 – Veterinärdienste und Tierschutz (MA 60) zu bemühen.

Um diese Berechtigung zu erhalten, kommt es auch zu einer Begehung der Räumlichkeiten der Tierschützer, um zu sehen, ob alles Notwendige für ihre Tätigkeit gegeben ist. Zu den nunmehr notwendigen Auflagen gehören neben entsprechend großen, sauberen Wohnräumen unter anderem ein Quarantäneraum mit hygienisch abwaschbaren Wänden, ein Vertrag mit einem Vereinstierarzt, der neu eintreffende Tiere umgehend durchcheckt, man muss dokumentieren, welche Tiere übernommen und abgegeben werden, und vieles mehr. “Was interessant ist: Wenn man ein Tier an eine Pflegestelle gibt, gelten dort diese strengen Kriterien nicht, da gelten nur ‘normale’ Regeln, wie man ein Tier halbwegs gut zu halten hat,” so Gutjahr.

Um weiterhin ihre Tiere auf Willhaben zu inserieren, brauchten die Pfotenretter im nächsten Schritt eine schriftlich vorliegende Bestätigung für die Bewilligung, dass sie ihrer Tätigkeit nunmehr legal nachgehen dürften. Diese erhielten sie jedoch nicht ohne Weiteres. Zwei Wochen intensiven Urgierens bzw. Hinterherschreibens und Hinterhertelefonierens seitens der Pfotenretter beim Magistrat waren vonnöten, bis so etwas wie eine Genehmigung vorlag. “Jetzt dürfen wir offiziell wieder inserieren, Gottseidank”, berichtet die Tierschützerin merklich erleichtert. Doch diesen langen bürokratischen Weg zu gehen, bis man sich mit seiner Tätigkeit wieder auf dem Pfad der Legalität befindet, ist wohl nicht jedem kleinen Verein so einfach möglich – wodurch unzweifelhaft so mancher mit seiner Tätigkeit vor dem Aus stehen wird.

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Quo vadis, neues Tierschutzgesetz?

Und wie soll es nun weitergehen mit dem neuen Tierschutzgesetz, das Tierschutzvereinen solche Probleme bereitet? Gutjahr ist optimistisch: “Da ist einiges im Rollen, um das aufzuweichen, weil so wird es auf Dauer nicht funktionieren. Wir kriegen ja alle keine Unterstützung. Wenn wir jetzt alle anfangen, unsere Pflegetiere den Tierheimen vor die Tür zu stellen, damit die Stadt Wien dafür aufkommen darf – na dann viel Glück. Das kann sich alles nicht ausgehen. Die Grundidee des neuen Tierschutzgesetzes war eh nett, aber nicht durchdacht. Das funktioniert in der Praxis nicht.”

Das einzig Gute an der Sache sei, dass sich die Betroffenen nun solidarisieren und gemeinsam gegen die Gesetzesnovelle mobil machen würden. Gutjahr will mit ihren Pfotenrettern jedenfalls weitermachen wie bisher und auch andere Betroffene dazu ermutigen. Man merkt der Wiener Tierschützerin in jedem Wort die Hoffnung und positive Energie an, die sie in ihrer Arbeit für den Tierschutz nach wie vor antreibt – ganz egal, welche Hürden auf sie und andere Betroffene noch zukommen mögen.

Tiere und Pflanzen in der Alten Donau: Von Wels “Wenzel” bis hin zu Quallen

Die Alte Donau ist Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere. Doch was genau tummelt sich alles in dem Naturgewässer, das so viele Wienerinnen und Wiener gerne zum Baden aufsuchen? Stimmt es, dass es darin Quallen gibt? Und was ist mit dem zweieinhalb Meter langen Wels “Wenzel”, der vor Jahren die Alte Donau unsicher machte?

Mit rund 65 – teils sehr selten gewordenen – Wasserpflanzenarten und vielen Fischarten zählt die Alte Donau zu den artenreichsten Gewässern im Wiener Raum. Wenn es um Fischbestand, Wassermanagement und vieles mehr rund um die Alte Donau geht, ist man bei zwei Anlaufstellen in Wien goldrichtig: Bei der MA 45 – Wiener Gewässer sowie bei der Österreichischen Fischereigesellschaft  gegr. 1880 (ÖFG). VIENNA.at hat mit Mathilde Urban von der MA 45 – Wiener Gewässer und mit Franz Kiwek, dem Präsidenten der ÖFG und zugleich Revierbetreuer der Alten Donau, einige spannende Fragen geklärt.

Fischen in der Alten Donau: Lizenz vonnöten

Wenn man an der Alten Donau fischen möchte – welche amtliche “Lizenz” ist dazu vonnöten?

Franz Kiwek: Man benötigt dafür zwei Dinge: Eine amtliche Fischerkarte und eine Lizenz. Die amtliche Fischerkarte für das Bundesland Wien erhält man, wenn man eine Fischerprüfung abgelegt hat, beim Wiener Fischereiausschuss. Alternativ dazu kann man eine Fischergastkarte erwerben, diese ist für drei Wochen gültig. Und zusätzlich zu einer dieser beiden Karten braucht man eine Lizenz dafür, dass man genau in diesem Gewässer, in dem Fall eben in der Alten Donau, angeln gehen darf. Die Lizenz ist käuflich bei der ÖFG zu erwerben. Diese gibt es als Tages- oder Jahreskarte. Allerdings bekommt man derzeit nur eine Tageskarte ohne Verzögerung, für die Jahreskarte muss man eine 5-jährige Wartezeit in Kauf nehmen.

Von Wels “Wenzel” und anderen Zwei-Meter-Fischen

Vor 10 Jahren war die Aufregung groß, weil ein 2,5 Meter langer Wels mehrmals in der Alten Donau gesichtet wurde. “Wenzel” war in aller Munde. Welse können ja bis zu 80 Jahre alt werden – weiß man, ob Wels “Wenzel” noch die Alte Donau unsicher macht?

Franz Kiwek (schmunzelt): Einen Hinweis konkret auf Wels “Wenzel” gab es nicht mehr. Wenn man aber bedenkt, wie alt Welse eben werden, kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass es ihn in der Alten Donau noch gibt. Und nicht nur “Wenzel” – Jahr für Jahr werden Welse mit rund 2 Metern Länge in der Alten Donau gefangen.

Welse haben ja nicht zu unterschätzende scharfe Zähne. Können “Wenzel” und Co. den Badegästen gefährlich werden? Gab es diesbezügliche Vorfälle?

Franz Kiwek: Welse haben an sich ein weiches Bürstengebiss mit nach innen gerichteten Zähnen. Das kann man sich vorstellen wie eine Drahtbürste. Das sorgt dafür, dass Beutetiere, die ihnen ins Maul geschwommen sind, nicht mehr entwischen können. Dann gibt es noch Hechte, die haben dagegen spitze Zähne und werden über einen Meter lang. Ich sag mal so: Es gibt hie und da Vorfälle, dass ein Schwimmer durch einen Hecht in die Füße gebissen wird. Man kann es nicht hundertprozentig ausschließen. Doch es ist sehr unwahrscheinlich. Die Gefahr, dass man als Schwimmer in der Alten Donau von einem Boot gerammt wird, ist definitiv größer, als dass einen ein Wels oder Hecht beißt.

Wie klappt das Miteinander an der Alten Donau?

Franz Kiwek: Wir von der ÖFG sind sehr glücklich, dass das Mähmanagement der MA 45 – Wiener Gewässer so gut klappt. Die Alte Donau ist ja ein sehr naturnaher Lebensraum, der von Millionen Menschen in der Millionenstadt Wien genutzt wird. Die Alte Donau läuft sogar Gefahr, “übernutzt” zu werden. Prinzipiell betreiben wir dort ein “Bewirtschaftungsteam” aus sechs Betreuern und zwei Mediatoren, die dafür sorgen, dass vom Schwimmer über den Bootfahrer bis zum Fischer die verschiedensten Interessensgruppen friedlich miteinander auskommen.

Seerosen und Schwäne sind an der Alten Donau vielfach vertreten

MA 45 informiert über Fische und Pflanzen in der Alten Donau

Mit welchen anderen Tieren zu Wasser und an Land teilte man sich an der Alten Donau das Badevergnügen?

Über 20 Fischarten leben laut MA 45 – Wiener Gewässer in der Alten Donau. Sie ist ein von Weißfischen wie Rotfeder, Laube, Güster, Brachse und Karpfen dominiertes Gewässer. Dazu kommen Raubfischarten wie Hecht, Zander und eben der Wels.

Auch Biber leben an der Alten Donau, auch wenn man diese selten sieht. Sie sind scheu und lassen sich vor der Dämmerung kaum sehen. Dass es sie gibt, zeigen ihre Nagespuren, Uferburgen, Fressplätze und Biberrutschen. Um die fleißigen Nager davon abzuhalten, wertvolle Bäume anzuknabbern, lässt die MA 45 an verschiedenen Abschnitten der Alten Donau junge Weidenbäume als Futterbäume für die Biber pflanzen.

Libellen kommen an der Alten Donau ebenfalls vor – man kann sie hauptsächlich in Gewässernähe beobachten. Die meisten Arten bevorzugen ja stehende Gewässer wie dieses. Von den weltweit über 5.000 bekannten Arten treten etwa 85 in Mitteleuropa auf.

Wasservögel wie Schwäne bevölkern auch die Alte Donau. Sie können gegenüber Menschen angriffslustig auftreten, wenn sie ihre Jungen verteidigen wollen – hier empfiehlt es sich, Abstand zu halten. Füttern soll man Schwäne laut MA 45 übrigens nicht – mehr dazu hier.

Wer es genauer wissen will: Zu Tieren und Pflanzen, die aktuell an der Alten Donau zu finden sind, hat die MA 45 – Wiener Gewässer einen kleinen Folder im Rahmen von LIFE+ Alte Donau herausgebracht – hier geht es zum Download

Bootssteg an der Alten Donau (21. Bezirk)

Keine Angst vor Quallen in der Alten Donau

Gerüchteweise soll es in der Alten Donau auch Quallen geben – ist da etwas dran?

In der Alten Donau gibt es tatsächlich immer wieder Quallen. Nur in Jahren mit besonders hohen Wassertemperaturen entwickeln sich aus kleinen festsitzenden Polypen auch freischwimmende Quallen. Ganz wichtig: Mit den berüchtigten Quallen im Meer, deren Nesselwirkung äußerst schmerzhaft sein kann, haben die Süßwasserquallen in Sachen Verletzung für den Menschen wenig gemein. Auch bei Quallenvorkommen ist das Baden in der Alten Donau daher völlig unbedenklich.

Welche Pflanzen wachsen im Bereich der Alten Donau – und welche unter Wasser?

Der Artenreichtum des Uferröhrichts der Alten Donau ist mit 45 Arten erfreulich hoch. Die dominierende Art ist das Schilf, weitere wichtige Arten sind der Rohrkolben, Rohrglanzgras, Seggen, Binsen und Igelkolben sowie Blutweiderich, Schwertlilie und die Grüne Teichbinse. In der Schwimmblattzone gedeihen z. B. die Weiße Seerose, die Teichrose und die Seekanne.

Derzeit dominiert das Ähren-Tausendblatt die Unterwasservegetation. Es wächst bis an die Wasseroberfläche und erfordert aufwändige Mäharbeiten. Daher forciert die MA 45 durch verschiedene Maßnahmen die Ausbreitung von niederwüchsigen Wasserpflanzen wie z. B. Armleuchteralgen in der Alten Donau. Unterwasserpflanzen sind wichtig für die gute Wasserqualität, denn sie stehen in Konkurrenz zu den Planktonalgen und bieten in der Alten Donau einen wichtigen Lebensraum z. B. für Jungfische.

Riesenhai springt an Board und wird eingeklemmt

Großer Hai springt an Board einer Yacht und  verkeilt sich in der Reeling.

Mit vereinten Kräften schaffen es die Yachtbesitzer den verletzten Hai zurück ins Meer zu bugsieren.

Zweiter Wolfsnachwuchs in Allentsteig: Sechs Jungwölfe gesichtet

Bei den Wölfen am Truppenübungsplatz Allentsteig hat es zum zweiten Mal Nachwuchs gegeben. Zu den bereits ansässigen zwei erwachsenen Tieren und drei noch verbliebenen Jungwölfen aus dem Vorjahr stoßen nun sechs weitere Jungwölfe hinzu, berichtete der WWF am Dienstag unter Verweis auf das Bundesheer.

Das Rudel umfasse somit elf Tiere. “Das ist nicht nur für den heimischen Artenschutz ein großer Gewinn, auch die Populationen der Nachbarländer werden langfristig davon profitieren. Denn Österreich spielt eine wichtige Rolle als Schnittstelle der europäischen Wolfspopulationen”, betonte WWF-Artenschutzexperte Christian Pichler. Der Wolf sei im Begriff, sich nach über 100 Jahren Abwesenheit hierzulande wieder dauerhaft anzusiedeln.

Sechs Jungwölfe am Truppenübungsplatz Allentsteig

“Der Mensch muss wieder lernen, sich den Platz mit dem Wolf zu teilen. Trotzdem muss man die Sorgen der betroffenen Interessensgruppen wie Jäger, Forstleute und Bauern ernst nehmen und gemeinsam Lösungen für ein konfliktfreies Zusammenleben erarbeiten”, so Pichler. “Die Wölfe fühlen sich bei uns sichtlich wohl”, stellte Ministerialrat Ottokar Jindrich, Leiter des Referats für Umweltschutz, Ökologie und Nachhaltigkeit beim Bundesheer, fest.

(APA/Red)

Zweiter Wolfsnachwuchs in Allentsteig: Sechs Jungwölfe gesichtet

Bei den Wölfen am Truppenübungsplatz Allentsteig hat es zum zweiten Mal Nachwuchs gegeben. Zu den bereits ansässigen zwei erwachsenen Tieren und drei noch verbliebenen Jungwölfen aus dem Vorjahr stoßen nun sechs weitere Jungwölfe hinzu, berichtete der WWF am Dienstag unter Verweis auf das Bundesheer.

Das Rudel umfasse somit elf Tiere. “Das ist nicht nur für den heimischen Artenschutz ein großer Gewinn, auch die Populationen der Nachbarländer werden langfristig davon profitieren. Denn Österreich spielt eine wichtige Rolle als Schnittstelle der europäischen Wolfspopulationen”, betonte WWF-Artenschutzexperte Christian Pichler. Der Wolf sei im Begriff, sich nach über 100 Jahren Abwesenheit hierzulande wieder dauerhaft anzusiedeln.

Sechs Jungwölfe am Truppenübungsplatz Allentsteig

“Der Mensch muss wieder lernen, sich den Platz mit dem Wolf zu teilen. Trotzdem muss man die Sorgen der betroffenen Interessensgruppen wie Jäger, Forstleute und Bauern ernst nehmen und gemeinsam Lösungen für ein konfliktfreies Zusammenleben erarbeiten”, so Pichler. “Die Wölfe fühlen sich bei uns sichtlich wohl”, stellte Ministerialrat Ottokar Jindrich, Leiter des Referats für Umweltschutz, Ökologie und Nachhaltigkeit beim Bundesheer, fest.

(APA/Red)