Spenden-Krimi um Fiona Swarovski

Spenden-Krimi um Fiona Swarovski

Im Rahmen des ersten Wiener Tierballs lukrierte Fiona Swarovski rund 75.000 Euro für den guten Zweck. Doch: Nicht alle Spendengelder kamen bei Vereinen an.

von Sandra Jungmann
Spenden-Krimi um Fiona Swarovski
© Woman Stemmer Susanne Auftrag
Die Wogen zwischen Tierball-Organisatorin Brigitte Martzak, 60, und Veranstaltungs-Schirmherrin Fiona Pacifico Griffini-Grasser, 48, gingen wenige Tage nach dem Charity-Event im vergangenen Jahr hoch: Griffini-Grasser war mit den Spendenmodalitäten nicht einverstanden – es kam zu Differenzen bei der Auswahl der begünstigten Organisationen.
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Die Fronten verhärteten sich, die Kristall-Erbin fror den gesammelten Spendenbetrag von rund 75.000 Euro (50.000 Euro stammen von der Firma Swarovski, 25.000 Euro aquirierte Fiona zusätzlich als Schirmherrin ) ein. Nach wochenlangem Hin und Her einigte man sich schlussendlich doch auf 15 Organisationen, an die jeweils 5.000 Euro fließen sollten. Die Liste der begünstigten Vereine wurde in der „Kronen Zeitung“ veröffentlicht.

Die offizielle Liste der von den Spenden begünstigten Tierschutzvereine erschien in der „Kronenzeitung“. An jede Organisation sollten 5.000 Euro gehen.

In einem Mail vom 19.12.2012 an Ballorganisatorin Brigitte Martzak bestätigt die Firma Swarovski: „Insgesamt wurde ein Betrag von 75.000 Euro gesammelt und dieser an 15 Empfängerorganisationen verteilt. Die Empfänger sind jene, die in besagter Ausgabe der ,Kronen Zeitung‘ abgedruckt sind.“

Zeitgleich ließ Fiona über ihren Anwalt, Dr. Michael Rami, ebenfalls eine beinahe idente Liste mit von ihr ausgewählten Empfängervereinen verschicken. Mit der Info, dass jeweils 5.000 Euro überwiesen wurden. Seltsam: Fiona führt in ihrer Aussendung den Verein „Kleine Wildtiere in großer Not“ als begünstigte Organisation an. Die Firma Swarovski aber nicht

Als WOMAN bei Obfrau Monika Großmann telefonisch nachfragt, ob der Verein den oben erwähnten Betrag jemals erhalten hat, entgegnet die überrascht: „Wir hätten uns sehr über eine Spende gefreut. Geld ist aber nie angekommen. Ich wusste bisher nicht einmal, dass wir begünstigt sind.“ Und auch zum Österreichischen Pferdeschutzverein, der auf beiden Listen als begünstigt aufscheint, haben die Spendengelder nie ihren Weg gefunden. „Ich wurde von einer Bekannten angesprochen, warum ich mich nie für die Spende bedankt habe. Dabei haben wir nie eine Überweisung von 5.000 Euro erhalten“, erklärt Obmann Manfred Lottes auf WOMAN -Nachfrage und per Mail an Martzak.

Auch auf das Konto des Tierschutzheims Vösendorf gingen nie 5.000 Euro ein. Pressesprecherin Eva Hercsuth erklärt gegenüber WOMAN : „Geldspende haben wir keine bekommen. Ich habe erst kürzlich mit der Buchhaltung alles durchgeackert. Eine solche Summe wäre uns aufgefallen.“ Geht’s nach Fiona, war das auch nie vorgesehen. Laut ihrer Aussendung stand dem Verein lediglich eine Futterspende im Wert von 8.000 Euro zu. Hercsuth weiter: „Der Wert der Futterspende lag um die 5.000 Euro. Außerdem war es ausgemacht, dass wir eine Geldspende erhalten.“

Kollektives Chaos um die Spenden

Als wir Fionas Rechtsvertreter mit den Vorwürfen konfrontieren, lässt der uns ausrichten: „Frau Pacifico Griffini-Grasser legt großen Wert auf die Feststellung, dass ihr der Einsatz für die Tiere ein echtes Herzensanliegen ist. Es war ihr daher ganz wichtig, dass jeder gespendete Euro ohne Abzüge auch direkt den Tieren zugutekommt. Dies konnte sie über die gewählte Abwicklung sicherstellen!“ Offensichtlich herrscht in der Causa also kollektives Chaos. Auch, was die von Fiona aquirierten Spenden betrifft. In einem Interview mit „News“ erklärte sie stolz: „Ich habe mehr als 70.000 Euro gesammelt: 50.000 von meiner Familie, rund 20.000 von Freundinnen wie Heidi Horten, Kathrin Glock und Vera Russwurm.“

Bei Letzterer hört sich das allerdings anders an: „Vera hat weder etwas gespendet, noch jemals gesagt, etwas gespendet zu haben“, ließ Assistentin Sabine Amon die Tierballorganisatoren bereits vergangenes Jahr wissen. Auf WOMAN -Nachfrage kontert Fiona via Anwalt: „Die von Ihnen hinterfragten Spenden von Frau Horten, Frau Glock und Frau Russwurm gab es tatsächlich.“ Heidi Horten und Kathrin Glock waren für keine Stellungnahme erreichbar, Russwurm dementierte bereits. Brigitte Martzak, die am 16.11. den Ball zum zweiten Mal organisiert, klagt: „Wir wurden von Frau Grasser als Betrüger hingestellt. Der Imageverlust ist enorm. Und ich bin bis zum heutigen Tag auf meinen Produktionskosten von rund 15.000 Euro sitzengeblieben.“

Offenbar gibt es in der Causa also noch Erklärungsbedarf…

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